"2015 war ein "Übergangsjahr", das hat Post-Chef Appel nun schon oft gesagt. In der Bilanz war jetzt abzulesen, was der Vorstandschef damit meinte: Aufräumarbeiten in der schwächelnden Frachtsparte belasteten den Gewinn spürbar. Statt den drei Milliarden Euro aus dem Jahr 2014 standen operativ bloß noch 2,4 Milliarden Euro zu Buche. Doch fundamental wird es wieder besser, verspricht der Chef. Appel hat auch konkreten Anlass, optimistisch zu sein, denn im vierten Quartal ist das Geschäft ordentlich angesprungen. Vor allem der boomende Onlinehandel trägt die Gewinnentwicklung. Die Paketflut zu Weihnachten führte zum einem Ebit des Konzerns im Quartal von knapp einer Milliarde Euro. Das lag spürbar über den Analystenschätzungen. Darüberhinaus entwickelte sich der Cash-Flow deutlich besser, als die Experten das eingeschätzt hatten.

Operativ kommt der Wagen also ins Rollen, zudem fallen 2016 Abschreibungen weitgehend weg. Ergo wird der Gewinn im laufenden Jahr auf 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro anspringen, sagt der Vorstand. Die bessere Cashentwicklung nutzt Appel gleich dazu, ein Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Euro aufzulegen. Das sollte Börsianern Mut machen, verspricht Appel damit doch ein Gewinnplus von mindestens 25 Prozent. Angesichts dessen ist die Bewertung moderat. Der DAX-Wert kommt zur Zeit auf ein KGV auf Basis der 2016er-Schätzungen von 12,2. Das Gewinnwachstum ist damit doppelt so hoch wie das KGV - das klingt vernünftig.

Auch charttechnisch gibt es nach dem harschen Kurssturz seit Jahresanfang Grund zur Hoffnung. Die 200-Tage-Linie wurde nach oben durchbrochen, zwischen 19 und 20 Euro könnte eine Bodenbildung einsetzen.

Unser Fazit

: Wir raten, bei dem Papier Zug um Zug zuzukaufen. Schließlich ist die Dividendenrendite mit zur Zeit 4,3 Prozent attraktiv. Die Ausschüttung dürfte auch nachhaltig sein, schließlich wurde auch für das "Übergangsjahr" 2015 nicht gesenkt.

Stopp: 19,00 Euro

Ziel: 28,00 Euro

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