19.02.2016 16:36:53

EZB könnte im Kampf gegen Mini-Inflation bald nachlegen


New York (Reuters) - Die unerwünscht niedrige Inflation wird die Europäische Zentralbank laut EZB-Vizechef Vitor Constancio im März womöglich zu Gegenmaßnahmen veranlassen.

Dies gelte für den Fall, dass die Preise nach Einschätzung des EZB-Rats künftig langsamer als erwartet anziehen: "Er könnte sich dann zum Handeln entscheiden", fügte der Portugiese am Freitag auf einer von Reuters organisierten Konferenz in New York hinzu. In der ersten Jahreshälfte sei womöglich noch mit fallenden Preisen zu rechnen, bevor sie im zweiten Halbjahr anziehen könnten.

Die Notenbank strebt bei der Inflation mittelfristig einen Wert von knapp zwei Prozent an, den sie als ideal für die Konjunktur erachtet. Die Experten der EZB hatten im Dezember für 2016 eine Rate von 1,0 und für 2017 von 1,6 Prozent veranschlagt.[nFWN13P03H] Die Prognose dürfte angesichts des Ölpreisverfalls vom Jahresbeginn wackeln und im März nach unten revidiert werden.

Laut Constancio wird die EZB bei weiteren Schritten zur Lockerung der Geldpolitik die Folgen für die Banken bedenken. Die EZB wird nach Einschätzung von Volkswirten im nächsten Monat wahrscheinlich den Strafzins für Geldinstitute weiter verschärfen. Er liegt derzeit bei minus 0,3 Prozent. Geldhäuser müssen somit Strafgebühren zahlen, wenn sie über Nacht Geld bei der Zentralbank parken. Für eine monatliche Aufstockung des großen Anleihen-Kaufprogramms der EZB auf der Sitzung im März besteht nach Ansicht der Experten eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit. Das in Deutschland umstrittene Programm sieht Wertpapierkäufe von monatlich rund 60 Milliarden Euro vor. Es soll inzwischen bis mindestens Ende März 2017 laufen und dann ein Gesamtvolumen von 1,5 Billionen Euro haben. Die EZB will mit den Käufen Finanzinstitute dazu anregen, mehr Kredite zu vergeben und damit die Konjunktur anzuschieben und die Inflation anzuheizen.

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