26.02.2016 18:17:01

Europas Börsen schalten Gang hoch - Höherer Ölpreis hilft


Frankfurt (Reuters) - Die europäischen Aktienmärkte sind zum Wochenschluss noch einmal kräftig durchgestartet:

Wieder anziehende Ölpreise und die Hoffnung auf Programme zur Ankurbelung der Weltwirtschaft trieben den Dax um 2,6 Prozent auf 9574 Zähler nach oben. Der EuroStoxx50 legte um 2,3 Prozent zu. Zum Auftakt eines Treffens der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in Shanghai bekräftigten insbesondere chinesische Spitzenpolitiker, dass sie noch Spielraum für weitere Konjunkturstützen haben. Allerdings wurde nicht über konkrete Schritte gesprochen. Der Shanghai-Composite rückte um ein Prozent vor.

"Die Spekulationen mehren sich, dass die chinesische Zentralbank schon bald neue Maßnahmen ergreifen könnte, um das Wachstum anzukurbeln", sagte Markus Huber, Händler beim Brokerhaus City of London Markets. Der Preiskollaps beim Öl wie auch enttäuschende Wirtschaftsdaten aus China und den USA hatten in den vergangenen Wochen die Furcht vor einem weltweiten Konjunkturrücksetzer geschürt. Allein der Dax kommt seit Jahresbeginn auf ein Minus von rund 13 Prozent.

ÖLPREISE AUF ERHOLUNGSKURS

Am Freitag machte sich allerdings wieder mehr Zuversicht breit: Die Preise für das Nordsee-Öl Brent und das US-Öl WTI kletterten zeitweise um mehr als zwei Prozent auf 36,17 Dollar und 33,90 Dollar je Fass. Das war der höchste Stand seit rund dreieinhalb Wochen. Weil das Angebot die Nachfrage übersteigt, hat sich der Rohstoff in den vergangenen 18 Monaten um etwa 70 Prozent verbilligt. Russland und die Opec-Staaten Saudi-Arabien, Katar und Venezuela hatten zuletzt versucht, sich auf eine Deckelung der Fördermenge zu einigen, um die Preise zu stabilisieren. Sollte sich Öl nachhaltig verteuern, dürften die Anleger ihre Sorgen um Banken - die wegen Kreditausfällen im Energiesektor unter Druck geraten könnten - ad acta legen, sagt Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets.

Unter den Einzelwerten sorgten vor allem Unternehmensbilanzen für Gesprächsstoff. Bei BASF griffen die Anleger angesichts einer höheren Dividende beherzt zu. Die Aktien stiegen in der Spitze um rund vier Prozent. Der Konzern will trotz eines Gewinneinbruchs im vergangenen Jahr die Ausschüttung um zehn Cent auf 2,90 Euro je Aktie erhöhen. "In diesem schwierigen Umfeld die Dividende zu erhöhen, ist ein positives Signal", sagte DZ-Bank-Analyst Peter Spengler. Gefragt waren im Dax zudem K+S wie auch die Autowerte Volkswagen, BMW und Daimler, die sich zwischen 4,7 und 3,6 Prozent verteuerten. Die Aktien hatten in den vergangenen fünf Handelstagen ordentlich Federn lassen müssen.

ELRINGKLINGER NACH ZAHLEN IM AUFWIND

Im MDax schnellten Elringklinger nach der Vorlage ihrer Jahresbilanz in der Spitze um 10,8 Prozent auf 21,91 Euro in die Höhe. Das war der größte Tagesgewinn seit viereinhalb Jahren. Der Umsatz habe leicht über, das bereinigte Ergebnis im Rahmen der Erwartungen gelegen, schrieb DZ-Bank-Analyst Michael Punzet in einem Kommentar. Der Experte zeigte sich für das laufende Geschäftsjahr optimistisch: "Wir gehen von einer steigenden Profitabilität 2016 aus." Diese sei primär getrieben durch eine stabile Nachfrage der weltweiten Autoindustrie. Punkten konnte auch Rheinmetall mit seiner Bilanz: Vor allem Gewinne im Rüstungsgeschäft bescherten dem Mischkonzern im vergangenen Jahr einen Ergebnissprung. Die Aktien verteuerten sich zeitweise um mehr als sechs Prozent auf 66,38 Euro.

Anmeldung notwendig

Benutzername oder E-Mail:
Passwort:
 
Anmelden
 

Um diese Funktionalität nutzen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Falls Sie noch kein Benutzerkonto bei boerse-online.de besitzen, können Sie sich hier kostenlos registrieren.

Eintrag hinzufügen

Nachrichten

  • Nachrichten zu Aktien
  • Alle Nachrichten
pagehit