Frühere Deutschbanker in London wegen Zinsskandal vor Gericht

Frühere Deutschbanker in London wegen Zinsskandal vor Gericht

WKN: 514000 ISIN: DE0005140008 Deutsche Bank AG

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13.12.2017 - 09:03
11.01.2016 17:21:51

London (Reuters) - In London hat am Montag der Prozess gegen frühere Investmentbanker der Deutschen Bank wegen Zinsmanipulationen begonnen.

Von den insgesamt elf Beschuldigten, darunter auch Ex-Angestellte von Barclays und Societe Generale, erschienen allerdings nur sechs persönlich zu einer ersten Anhörung vor dem Westminster Magistrates' Court. Darunter war ein besonders prominenter Kopf: Der Franzose Christian Bittar, der bekannt geworden war, weil er 2009 mit 80 Millionen Euro den höchsten Bonus in der Geschichte der Deutschen Bank zugesprochen bekam. Der Derivate-Spezialist, der lange Zeit viel Geld in die Kassen spülte und heute in Singapur lebt, war 2011 entlassen worden. Er muss nun eine Kaution von einer Million Pfund (etwa 1,3 Millionen Euro) zahlen, um auf freiem Fuß zu bleiben. Bei den anderen Angeklagten ist es deutlich weniger.

Angestrengt hatte die Ermittlungen die für Wirtschaftskriminalität zuständige britische Behörde Serious Fraud Office (SFO), die als unabhängige Abteilung der britischen Regierung nur dem Generalstaatsanwalt unterstellt ist. Der Vorwurf lautet auf gemeinschaftlichen Betrug. Die Banker sollen zum eigenen Vorteil am europäischen Referenzzinssatz Euribor - dem kleinen Bruder des Libor - geschraubt haben.[ID:nL8N1385GD] Deutsche Bank, Barclays und Societe Generale wollten sich zur Sache nicht äußern. Bittar weist die Vorwürfe zurück, wie seine Anwälte bereits klargestellt haben.

Die Deutsche Bank hatte wegen der Manipulation des Euribor im vergangenen Jahr 2,5 Milliarden Dollar gezahlt. Die britische Finanzaufsicht FCA hatte damals aus E-Mails und Internet-Chats unter den Händlern zitiert, die auf eine Beteiligung Bittars schließen ließen. In London liefen bereits mehrere Prozesse wegen Zinsmanipulationen. Zuletzt stand etwa Tom Hayes, ein ehemaliger Händler von Citi und UBS, wegen Libor-Tricksereien vor Gericht und wurde zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.[ID:nL8N14A30N] Im aktuellen Verfahren geht es nun erstmals konkret um den Euribor.

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