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Hanfaktien: Grün ist die Hoffnung

Hanfaktien: Grün ist die Hoffnung

WKN: A0B7KR ISIN: US7617131062 Reynolds American Inc.

17.10.2016 09:34:00

Hanfaktien sind hoch spekulativ. Die Aussicht auf eine weitere Legalisierung in den USA hat die Kurse zuletzt stark beflügelt. BÖRSE ONLINE prüft, ob es in dem Segment mehr als nur Zockerpapiere gibt. Von Jürgen Büttner

Viele Börsenbeobachter schreiben den US-Präsidentschaftswahlen bisher eine kursbremsende Wirkung zu. Auf Cannabis-Aktien wirkt der Urnengang am 8. November aber eindeutig positiv. Denn an diesem Tag wird gleichzeitig in neun US-Bundesstaaten über eine weitere Legalisierung des Marihuana-Konsums abgestimmt. Die Chancen auf positive Voten stehen nicht schlecht. Der 420 Investor Cannabis Stock Index legte daher im September um gut 36 Prozent zu.



Kein Wunder, steigen doch mit jedem US-Bundesstaat, der als Absatzgebiet hinzukommt, die Chancen auf florierende Geschäfte. Die Autoren des Marijuana Business Factbook 2016 sagen den Cannabis-Einzelhandelsumsätzen in den USA von 2013 bis 2020 einen Umsatzanstieg von 1,6 Milliarden Dollar auf 6,1 bis 11,0 Milliarden Dollar voraus. Die Analysten der US-Investmentbank Cowen sehen den Gesamtmarkt von 2016 bis 2026 von sechs Milliarden auf 50 Milliarden Dollar explodieren. Trotz dieser eindrucksvollen Zahlen sollten Anleger einen klaren Kopf bewahren. Denn längerfristig waren Marihuana-Aktien bisher keine nachhaltige Erfolgstory. Der 420 Investor Cannabis Stock Index verzehnfachte sich im ersten Quartal 2014 zwar, doch darauf folgte ein gnadenloser Absturz. Der aktuelle Stand von 45 Punkten liegt noch immer unter dem Startniveau von 100 Punkten Anfang 2013. Hinzu kommt der unsichere rechtliche Status. Auf nationaler Ebene ist Marihuana in den USA illegal. Das bringt eine rechtliche Grauzone mit sich. Dadurch ermutigt und angelockt von der Aussicht auf schnellen Reichtum mischen in dem Segment zwielichtige Gestalten mit. Die US-Börsenaufsicht SEC warnte mehrfach vor Betrügereien mit Cannabis-Aktien. Dieser unrühmliche Zustand erstreckt sich bis nach Deutschland: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin hat jüngst gegen die Beteiligungsgesellschaft Deutsche Cannabis ein Zwangsgeld von 140 000 Euro wegen versäumter Bilanzvorlagefristen verhängt.


Zwar ist erhöhte Wachsamkeit angebracht, doch es wäre falsch, das ganze Segment zu verdammen. Zu den schwarzen Schafen gesellen sich immer mehr seriöse Gesellschaften. So vermarktet etwa der Softwarekonzern Microsoft eine Marihuana-Betriebssoftware. Außerdem dürften mit zunehmender Professionalität die vielen Missstände abnehmen. Für Banken ist es kürzlich etwas einfacher geworden, der Branche Dienstleistungen anzubieten. Auch Investmentbanken interessieren sich zunehmend für das Segment: Cowen and Company, Bank of America Merrill Lynch und Ackrell Capital haben bereits entsprechende Studien veröffentlicht.

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