DAX

17.12.2015 07:29:00

JPMorgan-Studie

Henkel, Veolia und Co: Fünf Aktien für die Tonne


Analysten heben in ihren Jahresausblicken häufig nur Kaufempfehlungen hervor. Dabei wäre es auch hilfreich zu erfahren, welchen Werte man meiden sollten. Genau dies hat JPMorgan in einer Studie berücksichtigt - und zahlreiche Titel ausfindig gemacht, die Anleger aus den Depots werfen können. Darunter befinden sich auch bekannte deutsche Papiere. Von Jürgen Büttner

Bei Ausblicken auf das kommende Jahr konzentrieren sich Investmentbanken fast immer nur auf ihre Favoriten. Dabei wäre es auch hilfreich zu wissen, zu welchen Aktien es eher eine negative Einschätzung gibt. Diesen Extra-Schritt hat aber JPMorgan in einer Studie gemacht, in der die Aussichten für die europäischen Börsen beleuchtet werden. Obwohl in der 160 Seiten umfassenden Studie dazu geraten wird, Aktien aus der Eurozone in einem global ausgerichteten Portfolio 2016 überzugewichten, werden auch insgesamt 30 Werte herausgestellt, die Anleger nach Ansicht der Analysten meiden sollten.

In dieser Liste befinden sich übrigens auch insgesamt fünf deutsche Titel, obwohl der deutsche Aktienmarkt grundsätzlich positiv beurteilt wird. Der Deutschland-Vertreter mit dem größten Abwärtspotenzial gegenüber den derzeit gültigen Kursen wird auf den nachfolgenden Seiten ebenso wie vier andere skeptisch eingeschätzte europäische Titel etwas näher vorgestellt. In der Spitze liegen die Kursziele um 46 Prozent über den momentan gültigen Notierungen.

Bei den vier anderen deutschen Aktien, die in der Negativliste vertreten sind, stammen mit BASF (WKN: BASF11, 72,69 Euro) und Deutsche Börse (WKN: 581005, 80,73 Euro) zwei aus dem Leitindex DAX, die jeweils mit einem Untergewichten-Urteil versehen sind.

Bei der Deutschen Börse liegt das Kursziel mit 78,00 Euro aber nur leicht unter den derzeitigen Notierungen. Beim Chemiekonzern BASF ist das Kursziel mit 66,0 Euro noch etwas weiter entfernt, aber der Abstand hat sich nach den jüngst erlittenen Verlusten schon etwas verringert gegenüber dem Zeitpunkt der Drucklegung der Studie. Im europäischen Chemiesektor wird die Aktie aber als am uninteressantesten eingestuft. Bei einem vom Analystenkonsens für 2015 erwarteten Ergebnis je Aktie von 5,02 Euro rechnet JPMorgan für 2016 und 2017 mit 4,93 Euro sowie 5,09 Euro und somit mit keinerlei Gewinndynamik. Die im Bereich der allgemeinen Finanzdienstleister als am wenigsten aussichtsreich beurteilte Deutsche Börse würde zwar als Profiteur von steigenden Zinsen gesehen, doch damit sei vorerst in Europa nicht zu rechnen, heißt es. Als Kursziel werden hier 78 Euro genannt, obwohl dem Börsenbetreiber für 2016 und 2017 Gewinne je Aktie zugetraut werden, die mit 4,7 und 5,2 Euro deutlich über den vom Analystenkonsens für 2015 erwarteten 4,15 Euro liegen würden.

Ebenfalls als schwächste Vertreter in ihren jeweiligen Branchen werden die Software AG (WKN: 330400, 26,565 Euro) und die Fraport AG (WKN: 577330, 58,16 Euro) eingestuft. Das Kursziel liegt bei Fraport mit 56,00 Euro aber nur unwesentlich über den aktuellen Notierungen und das ist auch bei der Software AG mit 25,00 Euro der Fall. Beim Flughabenbetreiber Fraport wird gegenüber den vom Analystenschnitt für das laufende Jahr erwarteten Gewinn von 3,00 Euro von JPMorgan zwar eine Verbesserung auf 3,62 und 4,04 prognostiziert, trotzdem fehlt es nach Einschätzung der Analysten derzeit aber an einem Kurskatalysator. Bei dem im TecDAX enthaltenen Software-Spezialisten Software AG will man erst sehen, ob sich die intern gehegten Wachstumshoffnungen erfüllen. Bei JPMorgan wird derzeit gegenüber der allgemeinen Gewinnerwartungen von 1,92 Euro auf 2,11 und 2,20 Euro in den beiden nächsten Jahren gerechnet, doch das reicht offenbar nicht aus für eine bessere Beurteilung der Aktie.

Auf Seite 2: Von JPMorgan am wenigsten bevorzugte europäische Aktie Nummer fünf



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