Ähnlich wie Hewlett-Packard und Dell kann IBM-Chefin Virigina Rometty Kunden nur mühsam von ihren neuen Angeboten im Cloud-Computing überzeugen. Während sich Rivalen, die wie SAP oder Oracle aus dem klassischen Softwaregeschäft kommen, mit internetbasierten Diensten etwas leichter tun, profitieren vor allem waschechte Online-Konzerne wie Amazon vom Trend, Speicher- und Rechenleistungen ins Worldwide Web zu verlagern.

Trotz der hausgemachten Probleme und des starken Dollar gelang es IBM in ersten Vierteljahr, seinen Nettogewinn bei 2,33 Milliarden Euro nahezu stabil zu halten. Für das Gesamtjahr sieht es aber nicht rosig aus. Die jüngste Dollar-Stärke werde allein sieben Prozent an Umsatz kosten, prognostizierte IBM, das mehr als die Hälfte seiner Einnahmen im Ausland macht. Das dürfte sich dann auch auf das Ergebnis auswirken.

Rometty treibt den Wandel vom weniger lukrativen Hardware-Geschäft zu mutmaßlich gewinnträchtigeren Bereichen wie Sicherheitssoftware oder Cloud-Diensten voran. Die IBM-Chefin will ab 2018 mit der Datenverarbeitung im Internet sowie anderen Bereichen wie etwa der Erfassung und Verwertung von Datenmengen (Big Data) jährlich 40 Milliarden Dollar umsetzen - 60 Prozent mehr als 2014. Das Cloud-Geschäft kam in den vergangenen zwölf Monaten auf 7,7 Milliarden Dollar, deutlich mehr als noch im Vorjahreszeitraum.

Vielen Investoren gehen die Umstellungen aber nicht schnell genug, obwohl bereits zahlreiche Randbereiche abgestoßen wurden. Während die US-Börsen zuletzt von Rekord zu Rekord eilten, büßten IBM-Aktien in den vergangenen zwölf Monaten rund 13 Prozent an Wert ein.

Der Firmensoftware-Weltmarktführer SAP steckt ebenfalls im Umbruch. Kunden wollen Software zunehmend nach Bedarf über das Internet nutzen - statt teure Lizenzen zu kaufen und die Programme fest zu installieren. Der Dax-Konzern baut das Cloud-Geschäft mit milliardenschweren Zukäufen seit 2012 massiv aus. 2014 setzte SAP mit Cloud-Programmen 1,1 Milliarden Euro um - das Lizenzgeschäft war aber noch vier Mal so groß. Zuletzt lasteten die Sonderkosten für den Umbau aber schwer auf dem Gewinn. Im ersten Quartal kletterte das Betriebsergebnis der Deutschen nur noch dank des schwachen Euros.

rtr