KORREKTUR/ROUNDUP: Unicredit rutscht wieder ab - Vorstandschef unter Druck

KORREKTUR/ROUNDUP: Unicredit rutscht wieder ab - Vorstandschef unter Druck
09.02.2016 17:08:40

(Im vorletzten Absatz wurden die ersten beiden Sätze gestrichen. Damit wird klar gestellt, dass das Filialgeschäft der Bank Austria in Österreich nicht verkauft werden soll.)

MAILAND (dpa-AFX) - Die italienische Großbank Unicredit (UniCredito Italiano (vor Aktienzusammenlegung)) ist im vergangenen Jahr wieder in schweres Fahrwasser geraten. Die niedrigen Zinsen, die anhaltend schwierige Lage für Banken in Italien und herbe Einbrüche im wichtigen Osteuropa-Geschäft ließen den Gewinn einbrechen. Vor Steuern verdiente das Institut gut ein Drittel weniger als 2014, wie es am Dienstag in Mailand mitteilte. Dass unter dem Strich der Überschuss lediglich um knapp 16 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro schrumpfte, verdankte die Bank hauptsächlich einer deutlich niedrigeren Steuerlast.

Zum Gewinnrückgang trugen auch die Kosten für den Konzernumbau, Abschreibungen auf Beteiligungen sowie höhere Belastungen durch neue regulatorische Auflagen bei. Die Erträge gingen leicht auf 22,4 Milliarden Euro zurück. Um die Aktionäre bei der Stange zu halten, soll die Dividende unverändert bei 12 Cent je Anteil liegen - diese könne bar oder in Aktien der Bank bezahlt werden.

Damit versucht Vorstandschef Federico Ghizzoni, sich eine kleine Atempause zu verschaffen. Er steht bei Aktionären unter erheblichem Druck. Erst am Montag hatte der italienische Unternehmer Leonardo Del Vecchio, der rund zwei Prozent der Unicredit-Anteile besitzt, einen Wechsel an der Konzernspitze gefordert. Die Bank brauche einen radikalen Wandel, sagte der Gründer des Brillenkonzerns Luxottica der Zeitung "La Repubblica".

Ghizzoni hatte im November einen harten Sparkurs angekündigt. Dabei sollen 18 200 oder zirka 14 Prozent weitere Stellen wegfallen. Davon betroffen ist auch die deutsche Tochter HypoVereinsbank. Hier sollen zusätzlich 1200 Stellen in der Münchener Zentrale wegfallen. Dies kommt zum ohnehin schon laufenden Stellenabbau hinzu, in dessen Rahmen nach der Schließung der Hälfte der Filialen insgesamt 1500 Arbeitsplätze gestrichen werden. Im November waren davon schon 700 weg. Zudem soll die Zentrale des Osteuropageschäfts von Wien nach Mailand verlagert werden.

Allerdings konnte Ghizzoni mit seinem Kurs die Anleger nicht überzeugen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 45 Prozent an Wert verloren. Es ist der stärkste Absturz einer europäischen Großbank und übertrifft noch den Rückgang bei der Deutschen Bank. Am Dienstag verloren Unicredit-Papiere nach Bekanntgabe der Zahlen rund sechs Prozent./enl/stk/he

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