Die Aktie des Spezialchemiekonzerns schloss 2,66 Prozent tiefer bei 53,37 Euro. Sie gehörte damit zu den schwächsten Werten im Dax, der letztlich 0,39 Prozent verlor.

    Lanxess kündigte für das vierte Quartal außerplanmäßige Abschreibungen an, die das Konzernergebnis für das Gesamtjahr ins Minus drücken. Die Dividende soll auf 0,50 Euro je Aktie halbiert werden. Das Unternehmen begründete die negative Entwicklung mit einem verschlechterten Wettbewerbsumfeld und Überkapazitäten in der Branche.

'GROSSREINEMACHEN' VOR VORSTANDSWECHSEL

    Am Markt rückte im Zuge der schlechten Nachrichten auch der anstehende Vorstandswechsel in den Fokus. Ein Marktteilnehmer sprach von einem "Großreinemachen" im Vorfeld des Amtsantritts des neuen Konzernchefs Matthias Zachert. Er sieht den Kursrückgang als Einstiegsgelegenheit für potenzielle Anleger.

    Analyst Thorsten Strauß von der NordLB schloss nicht aus, dass im Zusammenhang mit dem Wechsel an der Unternehmensspitze weitere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung bekanntgegeben werden. Diese sollten dem Unternehmen und dessen Aktien zugute kommen. Strauß hielt an seiner Kaufempfehlung für die Papiere bei einem Kursziel von 58,00 Euro fest.

DZ BANK STREICHT KAUFEMPFEHLUNG

    Analyst Peter Spengler von der DZ Bank reduzierte seine Gewinnschätzungen für die Jahre 2014 und 2015. Zudem strich er sein Kaufvotum und reduzierte den fairen Wert für die Papiere von 60,00 auf 50,00 Euro. Spengler wies aber darauf hin, dass die Abschreibungen nicht direkt mit dem Markt für Synthesekautschuk zu tun hätten.

    Nach Aussage von Ekkehard Link von der National-Bank wird diese Entwicklung die graduelle Erholung des Spezialchemiekonzerns möglicherweise verlangsamen, sie aber nicht ins Gegenteil verkehren. Vorbehaltlich der Veröffentlichung der endgültigen Kennziffern für 2013 und des zu erwartenden, konkretisierten Ausblicks auf 2014 sieht er das Erholungspotential der Aktie als unverändert an. Er bekräftigte seine Kaufempfehlung und das Kursziel von 60 Euro.

dpa-AFX

Einschätzung der Redaktion:

Lanxess befindet sich in einer Übergangsphase. Konzernchef Axel Heitmann tritt Ende Februar ab. Mit den Abschreibungen im vierten Quartal verschafft er seinem Nachfolger Matthias Zachert eine bessere Basis für einen Neustart. Bis der neue Chef seine Strategie präsentiert, bleibt die Aktie eine Halteposition. Für Stoppkurse bieten sich Notierungenknapp unter dem Jahrestief 2013 bei 43 Euro an.