Er wuchs um 25 Prozent auf 23,2 Milliarden Dollar an. Der massive Stellenabbau und die damit verbundenen Abfindungen ließen den Gewinn allerdings schrumpfen. Das Ergebnis fiel dennoch besser aus als erwartet und überzeugte die Anleger. An der Frankfurter Börse legten die Microsoft-Aktien am Freitag rund drei Prozent zu.

Microsoft, das mit Software wie Windows oder Office den PC-Markt über viele Jahre beherrscht hat, will sich künftig stärker auf Smartphones, Tablet-PCs und Cloud-Dienstleistungen konzentrieren. Dieser Bereich wird bislang vor allem von Samsung, Apple und Google dominiert. Um mit Smartphones zu wachsen, hatte Microsoft im April das Handy-Geschäft vom ehemaligen Branchenführer Nokia übernommen. Dies verbunden mit der starken Handy-Nachfrage trug nun maßgeblich zu dem Umsatzsprung bei, der die Prognosen von Analysten um mehr als eine Milliarde Dollar übertraf.

Die kräftigen Einnahmen von Microsoft und auch des langjährigen Chip-Partners Intel deuten auf eine erfolgreiche Aufholjagd bereits totgesagter IT-Riesen hin. Andere Branchenvertreter bekommen dagegen zunehmend die weltweite Konjunkturschwäche zu spüren. "Angesichts der jüngsten Serie von schlechten Quartalszahlen mehrerer Tech-Konzerne wie Oracle, IBM, SAP, VMware und EMC widersetzt sich Microsoft dem Trend", sagte Analyst Daniel Ives von FBR Capital Marktes. Die jüngsten Microsoft-Zahlen seien eine "solide Leistung".

Der Stellenabbau führte allerdings bei Microsoft im ersten Geschäftsquartal zu einer Sonderbelastung von 1,1 Milliarden Dollar. Dadurch fiel der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar, wie der Konzern am Donnerstagabend erklärte. Microsoft hatte im Juli den größten Stellenabbau seit der Gründung des Unternehmens vor 39 Jahren angekündigt. Von den insgesamt 127.000 Arbeitsplätzen sollen 18.000 wegfallen. Am härtesten trifft es die ehemalige Nokia-Handy-Sparte. Dort streicht Microsoft-Chef Satya Nadella mehr als 12.000 Stellen. Außerdem tilgt er für die Smartphones den Markennamen Nokia, die Geräte sollen künftig unter dem Label Lumia verkauft werden.

Reuters