Siemens hat aus Ägypten einen Milliardenauftrag zum Bau von Kraftwerken erhalten.

Der Münchner Konzern vereinbarte am Samstag mit der Regierung, in Beni Suef in Oberägypten ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk mit einer Leistung von 4,4 Gigawatt zu errichten. Zudem sollen Windkraftanlagen mit einer Leistung von zwei Gigawatt gebaut werden. Die Rotorenblätter dafür werden in einer neuen Fabrik in Ägypten gebaut.

Allein die beiden Projekte haben nach Siemens-Angaben ein Volumen von vier Milliarden Euro. Der Elektrokonzern, der seit 1859 in dem nordafrikanischen Land tätig ist, unterzeichnete auf der Wirtschaftskonferenz in Scharm El-Scheich weitere Vereinbarungen, bei denen es sich um Absichtserklärungen handelt. Insgesamt beträgt das Volumen zehn Milliarden Euro, sagte ein Siemens-Sprecher.

An der Konferenz nahm auch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel teil. "Das wirtschaftliche Engagement hier in Ägypten ist wichtig, um das Land vor dem Hintergrund der Terrorgefahren zu stabilisieren", erklärte der Vizekanzler. Davon profitierten auch Europa und die Bundesrepublik. Gabriel lud zudem Präsident Abdel Fattah Al-Sissi zu einem Besuch nach Deutschland ein.

Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak im Jahr 2011 kommt Ägypten nicht zur Ruhe. So kämpfen die Sicherheitskräfte gegen islamistische Extremisten auf der Sinai-Halbinsel. Immer wieder kommt es zu Anschlägen. Dennoch hat sich die Regierung zum Ziel gesetzt, die ausländischen Investitionen in dem bevölkerungsreichsten arabischen Land auf acht Milliarden Dollar in diesem Haushaltsjahr zu verdoppeln.

Auch der Siemens-Konkurrent General Electric kam zum Zug. So liefert der US-Konzern 34 Gasturbinen. Die chronische Energieknappheit Ägyptens soll auch mit einer verstärkten Gasförderung bekämpft werden. Entsprechende Verträge schloss die Regierung in Scharm El-Scheich am Samstag mit BP und der italienischen Eni.

Reuters