Munich Re will Sparte mit stillgelegten Lebensversicherungen verkaufen

Munich Re will Sparte mit stillgelegten Lebensversicherungen verkaufen

WKN: 843002 ISIN: DE0008430026 Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG (Munich Re)

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20.10.2017 - 17:38
27.09.2017 06:31:40

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Munich Re (Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft) prüft den Verkauf des Geschäfts mit alten Lebensversicherungsgeschäften ihrer Tochter Ergo. Es gehe um den Verkauf von sechs Millionen stillgelegten Verträgen, fast ebenso vielen Kunden und 56 Milliarden Euro an Kapitalanlagen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwochausgabe) ohne Nennung von Quellen. Ein Munich-Re-Sprecher bestätigte der Zeitung die Verkaufsgespräche. "Falls wir ein gutes Angebot bekommen, schauen wir uns das an." Allerdings werde Ergo die Gesellschaften nicht zu jedem Preis abgeben.

In dem Bericht hieß es weiter, dass der Makler- und Beratungskonzern Willis Towers Watson nach einem Käufer sucht. Zu den Interessenten gehören unter anderem chinesische Investoren, US-Hedgefonds und britische Anleger. Sie bereiten sich darauf vor, die detaillierten Unterlagen im so genannten Datenraum zu prüfen. Experten schätzen den möglichen Kaufpreis dem Bericht zufolge auf deutlich über eine Milliarde Euro.

Bei den Verträgen handelt sich um bei der Hamburg-Mannheimer oder Victoria abgeschlossene klassische Lebensversicherungen. Das Geschäft der Victoria Leben hatte die Munich-Re-Erstversicherungssparte Ergo im Jahr 2010 wegen schrumpfender Marktanteile und der niedrigen Zinsen stillgelegt. Das heißt, dass keine neuen Geschäfte mehr abgeschlossen wurden und nur noch die bestehenden Verträge bedient werden.

Ähnlich erging es den Kunden der Hamburg-Mannheimer. Erst ging die Marke 2009 in der Ergo Leben auf. 2016 wurde dann auch dort das Neugeschäft mit klassischen Lebensversicherung stillgelegt. Ergo-Chef Markus Rieß, einst Chef der Allianz Deutschland, hatte damals noch gesagt, dass ein Verkauf des Geschäfts nur eine von mehreren Möglichkeiten ist - gegebenenfalls könne die Ergo auch die Abwicklung alter Versicherungen von anderen Konzernen organisieren.

Doch jetzt drängt er dem Bericht zufolge auf den Verkauf - möglicherweise auch, weil seit April 2017 mit Joachim Wenning ein neuer Chef an der Spitze der Munich Re steht. Von dem Verkauf wären rund 1000 Mitarbeiter betroffen. Der Konzern beschäftigt derzeit insgesamt 43 428 Mitarbeiter./zb/stk

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