New Hampshire stellt Weichen für weitere US-Vorwahlen

New Hampshire stellt Weichen für weitere US-Vorwahlen
09.02.2016 15:21:56

- von Steve Holland und Christian Rüttger

Manchester/Berlin (Reuters) - Es ist erst die zweite Runde im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur, doch der Ausgang der Vorwahl in New Hampshire setzt Signale für den Verlauf der nächsten Abstimmungen.

Bei den Demokraten droht Hillary Clinton, die Monate lang klare Favoritin war, eine haushohe Niederlage gegen Senator Bernie Sanders. Schon in der ersten Etappe vor einer Woche in Iowa hatte er der Ex-Außenministerin das Leben schwergemacht. Der früheren First Lady gelang ein Sieg, aber nur mit einem hauchdünnen Vorsprung. Bei den Republikanern hofft Immobilien-Milliardär Donald Trump auf seinen ersten großen Erfolg. Hinter ihm tummeln sich in den Umfragen mehrere Bewerber, von denen für einige die Luft dünn wird, sollten sie schwach abschneiden.

Vom Ausgang der Vorwahl in dem kleinen Ostküsten-Bundesstaat dürfte auch mit abhängen, ob ein weiterer Anwärter das Rennen um die Nachfolge von Präsident Barack Obama aufmischt: New Yorks Ex-Bürgermeister Michael Bloomberg. Seit Jahren werden dem Gründer der nach ihm benannten Finanznachrichtenagentur Ambitionen auf das Amt nachgesagt. In einem Interview der "Financial Times" sagte er nun, er prüfe alle Optionen. Die bisherigen Debatten seien eine Beleidigung für die Wähler. Die Amerikaner hätten Besseres verdient.

Schaden dürfte eine Kandidatur Bloombergs nach Ansicht vieler Experten vor allem den Demokraten, denn sie stehen für eine Reihe von Positionen, die auch Bloomberg vertritt, etwa wenn es um schärfere Waffengesetze und den Umweltschutz geht. In Bloombergs Umfeld heißt es, bis spätestens Anfang März wolle er entscheiden, ob er seinen Hut in den Ring werfe. Er rechne sich gute Chancen aus, wenn Republikaner und Demokraten Kandidaten kürten, die für Außenseiter-Positionen stünden, wie der populistische Trump oder der erzkonservative Senator Ted Cruz auf der einen Seite und der selbst ernannte demokratische Sozialist Sanders auf der anderen.

HEIMSPIEL FÜR SANDERS

Sanders hat auf Spekulationen rund um Bloomberg gelassen reagiert. Mit dem 73-Jährigen würde lediglich ein weiterer Milliardär antreten. Wenn das passiere, sei er zuversichtlich, dass er gewinnen werde, sagte Sanders unlängst. Die Botschaft des für amerikanische Verhältnisse ausgesprochen linken Senators, der gegen die Macht der Wall Street zu Felde zieht, fand zuletzt immer mehr Anhänger. Im Clinton-Lager sorgt das für Unruhe. Berichte über geplante personelle Änderungen in ihrem Wahlkampfstab wies sie zwar zurück. Aber eine blamable Niederlage in New Hampshire dürfte nicht ohne Konsequenzen bleiben, auch wenn sie deswegen kaum das Handtuch werfen wird. Für Sanders wäre eine Schlappe dagegen ein harter Schlag, zumal die Vorwahl dort als Heimspiel für den Senator aus dem Nachbarstaat Vermont gilt.

Bei den Republikanern deuten Umfragen auf einen Sieg Trumps. Er kommt auf etwa 30 Prozent. Mit weitem Abstand folgt Senator Marco Rubio aus Florida, der aber nach einem schwachen Auftritt bei einer Debatte am Sonntag gehörig unter Beschuss geriet. Andere Vertreter des moderateren Lagers hoffen daher, in New Hampshire einen Stich landen zu können, allen voran Chris Christie, John Kasich und Jeb Bush. Sollten sie jedoch erneut auf den hinteren Rängen landen, könnte sich das Feld der republikanischen Bewerber noch vor der nächsten Vorwahl am 20. Februar in South Carolina lichten. Cruz, der in Iowa siegte, liegt in Umfragen zu New Hampshire auf Platz drei.

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