Für Spielefans, die bisher noch kein Exemplar der heiß begehrten Nintendo-Konsole Switch besitzen, könnte das Warten im Juli ein Ende haben. Die Japaner haben angekündigt die Produktion ihrer neuesten Konsole in den Sommermonaten Juli und August steigern zu wollen, um die starke Nachfrage bedienen zu können. Bei diesem Gerät kann der Besitzer Videospiele im Wohnzimmer über den TV-Bildschirm spielen, aber auch auf einem kleinen Monitor unterwegs, also etwa in der Straßenbahn oder im Park.

Der Verkaufsstart der Switch ist geglückt. Im März hat Nintendo 2,74 Millionen Stück abgesetzt und damit das eigene Ziel von zwei Millionen übertroffen. Um Engpässe in den Läden zu verhindern, hat Nintendo Geräte extra per Flugzeug von den chinesischen Fabriken in die USA und nach Europa bringen lassen.

Gleichzeitig finden auch die Spiele für die Switch reißenden Absatz. Während die Verkäufe von Videospielen im Mai laut dem US-Branchendienst NPD Group insgesamt 20 Prozent sanken, griffen Gamer bei Nintendo unverändert gerne zu. Nachdem Mario Kart 8 Deluxe für die Switch im April auf den Markt kam, zählte der Titel auch im vergangenen Monat zu den drei meistverkauften Spielen in Amerika. Der anhaltende Erfolg des Rennspiels ist ein gutes Zeichen für Nintendo. Der Titel ist ein Update von Mario Kart 8 das bereits 2014 für die Konsole Wii U auf den Markt kam. die Entwicklungskosten dürften sich damit in Grenzen gehalten haben und Mario Kart 8 Deluxe zu einem sehr rentablen Spiel für die Japaner machen.

Das ein altes Spiel für die neue Konsole auf derart große Begeisterung trifft lässt zudem hoffen, dass Nintendo den Erfolg auch mit weiteren alten Spielen wiederholen kann. Zusammen mit der Einführung der Switch wird jeden Monat ein neues Spiel für die Konsole auf den Markt gebracht. Dabei kann es sich um komplette Neuentwicklungen handeln oder alte Titel, die für die Switch spielbar gemacht wurden und ein kleines Update erhielten. Im Jahresverlauf sollen neben einem neuen Super Mario unter anderem die zweite Auflage des sportlichen Ballerspiels "Splatoon" folgen. Insgesamt will Nintendo im laufenden Geschäftsjahr 35 Millionen Spiele für die Switch verkaufen. Die Prognose dürfte vorsichtig sein. Die meisten Analysten kalkulieren laut Daten des Finanzdienstes Bloomberg mit 40 bis 50 Millionen.

Das sowohl immer mehr Spiele als auch Switch-Konsolen auf den Markt kommen ist für den weiteren Absatz der Konsole entscheidend. Denn ein hoher Absatz in den ersten Wochen nach Verkaufsstart ist wichtig, damit externe Entwickler Spiele für die Konsole auf den Markt bringen. Viele Spiele wiederum machen eine Konsole attraktiver für die Kunden. Für das bis Ende März laufende neue Geschäftsjahr will Nintendo zehn Millionen Stück der Switch verkaufen. Analysten schätzen die Nachfrage deutlich höher ein. Einige halten sogar mehr als 15 Millionen für machbar. Die Switch würde damit an den Erfolg der Spielkonsole Wii anknüpfen, die Nintendo vor gut einem Jahrzehnt auf den Markt brachte, und Flops wie das Nachfolgemodell Wii U vergessen lassen.

Auf Seite 2: Einschätzung der Redaktion

Einschätzung der Redaktion



Mit dem erfolgreichen Start der Switch ist Nintendo-Aktie in der japanischen Heimatwährung auf ein Fünfjahreshoch gestiegen. Die meisten Analysten sehen weiter Kurspotenzial. Wirklich wichtig für die Switch-Verkäufe und damit Aktie wird das Weihnachtsgeschäft. Dabei zeigt die geplante Produktionssteigerung in den kommenden Monaten, dass die geplanten Absatzziele erreichbar scheinen. Angesichts der hohen Bewertung ist Nintendo eine Aktie für risikofreudige Investoren.

Empfehlung: Kaufen

Kursziel: 365,00 Euro

Stoppkurs: 270,00 Euro