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Nordex-Aktie, Novo Nordisk und Co.: Diese sieben Aktien stehen vor dem Turnaround

Nordex-Aktie, Novo Nordisk und Co.: Diese sieben Aktien stehen vor dem Turnaround
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23.09.2017 03:25:00

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Beratungsresistenz und Scheuklappen



Ein weiteres, häufig auftretendes Phänomen ist der Größenwahn einzelner Manager. Mit der nicht selten ordentlichen Vergütung wächst meist auch das Ego kräftig mit. Das führt dazu, dass Vorstände immer weniger auf externe Berater hören und eine Art Scheuklappendenken entwickeln. Das Verhalten resultiert dann oftmals in zahlreichen Übernahmen - und das in hoher Geschwindigkeit. Am Ende entsteht ein völlig unübersichtlicher Konzern, bei dem eine einheitliche Strategie nicht schnell genug durchgesetzt werden kann und die Leitkultur verwässert wird.

Zudem werden solche Transaktionen meistens zu einem Teil über Fremdfinanzierungen gestemmt. Das bedeutet, dass die Verschuldung sukzessive ansteigt und ein gefährliches Maß erreicht, bevor die Vorteile der Kosteneinsparungen nach und nach zum Tragen kommen. Eine wichtige Kennzahl ist der Zinsdeckungsgrad (englisch: Interest Coverage Ratio). Dieser ergibt sich aus dem Ebit (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) dividiert durch die Zinsaufwendungen. Die Aussagekraft dieser Kennzahl, besonders bei hoch verschuldeten Unternehmen, geht dahin, ob der Konzern anhand seiner operativen Einnahmen in der Lage ist, seine Zinszahlungen zu leisten. Ein Wert von unter 1,5 gilt allgemein als kritisch.

Andere Probleme, die zwar die Minderheit der Fälle betrifft, aber gleichermaßen zu heftigen Verwerfungen führen können, sind externer Natur. Ein Beispiel ist der prompte Entschluss der Bundesregierung, aus der Atomenergie auszusteigen. Ausgelöst durch ein Erdbeben in Japan kam es 2011 zu einer Nuklearkatastrophe im Atomkraftwerk von Fukushima. Der öffentliche Druck, sofort aus der Atomenergie auszusteigen, war gerade in Deutschland enorm - und traf die Energieriesen Eon und RWE ohne jede Vorwarnung. Eine Naturkatastrophe, die zwar in Japan häufig auftritt, bei uns hingegen eher selten der Fall ist, stellte die Konzerne vor völlig neue Rahmenbedingungen, auf die sie schlichtweg nicht vorbereitet sein konnten. Eine erzwungene Neuausrichtung des Geschäftsmodells war die Folge. Die Aktienkurse gaben im Zuge der damit verbundenen Ungewissheit stark nach.

Schwankende Rohstoffpreise zählen ebenfalls zu den externen Einflussfaktoren. Der starke Verfall des weltweiten Rohölpreises ist dafür bezeichnend. Viele große Förderer waren nicht mehr in der Lage, profitabel zu arbeiten, die Zahl der Firmenpleiten in der Branche stieg laut der Ratingagentur Moody’s in den Jahren 2015 und 2016 auf ein Rekordhoch.

Die Gründe für den Niedergang können oft also sehr präzise definiert werden. Während einem Großteil der Restrukturierungen Managementfehler zugrunde liegen, sind es eher selten externe oder lediglich schwer vorhersehbare Einflussfaktoren. Vorstände können aus ihren Fehlern lernen, nachjustieren oder letztendlich ausgetauscht werden. Externe Faktoren hingegen sollte man deutlich kritischer betrachten. Diese lassen sich nur schwer ausgleichen, kommen oftmals unvorbereitet und schlagen sich daher auch deutlich negativer nieder.

Zwei Risikoklassen



Auf den folgenden Seiten stellen wir sieben Unternehmen näher vor, die den Turnaround anpeilen. Wir unterscheiden dabei zwei Gruppen: stabile Unternehmen wie Novo Nordisk, Nordex, Under Armour und Brazil Foods, die grundsätzlich über eine gesunde Bilanzstruktur verfügen und kurzfristigen Problemen ausgesetzt sind. Die zweite Gruppe ist deutlich riskanter und daher nur für spekulative Investoren geeignet: Hier wird entweder das gesamte Geschäftsmodell infrage gestellt oder es besteht die Gefahr einer Überschuldung. Zu dieser Gruppe zählen wir Valeant Pharmaceuticals, J. C. Penney und Community Health Systems.

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