Der Windturbinenbauer Nordex übernimmt von der spanischen Acciona deren Windkraft-Tochter und erhält im Gegenzug mit dem Mischkonzern einen neuen Großaktionär. Die Spanier halten nach Abschluss der Transaktion 29,9 Prozent an Nordex, wie die Hamburger am Montag mitteilten. Im Zuge des Deals verkauft auch BMW -Erbin Susanne Klatten einen Großteil ihres Nordex-Aktienpakets an Acciona.

"Mit dem Zusammenschluss legen wir eine stabile Grundlage für zukünftiges profitables Wachstum", sagte Nordex-Chef Lars Bondo Krogsgaard. Die Unternehmen ergänzten sich ideal. Während Nordex in Europa und dem Nahen Osten stark sei, habe Acciona Windpower sein Augenmerk auf Amerika und den Schwellenländern.

Dass die Spanier ihren Anteil an Nordex weiter aufstocken, ist erst einmal ausgeschlossen: Nordex habe mit Acciona ein Stillhalteabkommen über drei Jahre vereinbart, sagte Krogsgaard. In der Zeit dürfe der spanische Konzern Stimmrechte weder direkt noch indirekt erwerben. In Deutschland muss ein Großaktionär beim Erreichen der 30-Prozent-Schwelle den anderen Anteilseignern ein öffentliches Übernahmeangebot machen.

An der Börse kam der geplante Deal gut an. Die Nordex-Aktie legte 7,7 Prozent auf 26,89 Euro zu.

ÜBERNAHME BIS ZUM FRÜHJAHR 2016



Der Kaufpreis für Acciona Windpower summiert sich auf 785 Millionen Euro, wie Nordex mitteilte. Davon wird Nordex 366,4 Millionen Euro bar zahlen. Daneben sollen 16,1 Millionen neue Nordex-Aktien zum Preis von 26 Euro je Anteilsschein über eine Kapitalerhöhung ausgegeben werden. Die Übernahme soll im ersten Quartal unter Dach und Fach gebracht werden.

Der Anteil des bisherigen Hauptaktionärs von Nordex, die von Aufsichtsratsmitglied Jan Klatten beherrschte SKion/momentum, sinkt durch den Deal auf 5,7 Prozent. Bislang hatten Klatten und seine Frau Susanne 22,8 Prozent gehalten. Klatten werde Mitglied im Kontrollgremium bleiben. Mit Acciona sei vereinbart, dass zwei Drittel des Aufsichtsrats für fünf Jahre unabhängig von Acciona sein werden.

Reuters