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01.03.2016 20:40:39

Börsen-Zeitung: Da wird niemand meckern, Kommentar zur DZ Bank von

Bernd Wittkowski

Frankfurt (ots) - And the Winner is: DZ Bank. So stand es an

dieser Stelle schon vor zwei Jahren. Drei Tage nach der 88.

Oscar-Verleihung in Hollywood können wir den Titel des

Ertragschampions der deutschen Kreditwirtschaft nun erneut an das

Zentralinstitut der Volks- und Raiffeisenbanken vergeben: 2,5 Mrd.

Euro vor Steuern - mehr hat 2015 nur die nicht ganz vergleichbare

Bundesbank geschafft. Die KfW, die erst Ende April Bilanz zieht, wird

sich jede Mühe geben, die 2-Mrd.-Euro-Marke nicht allzu weit zu

überschreiten, schon um keine neuen Begehrlichkeiten beim Bund

heraufzubeschwören. Da reicht die Commerzbank noch nicht ganz heran,

und die Deutsche Bank - 2014 ganz oben auf dem Treppchen - bewegt

sich zurzeit bekanntlich in anderen Regionen.

Also: Gut gemacht, DZ Bank! Neue Bankenkrise ante portas? Am Platz

der Republik in Frankfurt ist sie noch nicht auszumachen. Nein, es

gibt hierzulande auch im heutigen Zins- und Regulierungsumfeld schon

noch sehr ertragsstarke Adressen, ob die ihre Performance nun wie im

Fall der genossenschaftlichen Allfinanzgruppe in hohem Maße den

überwiegend erfolgreichen Töchtern verdanken oder anderen Umständen.

Über eine Prognoseverfehlung, wie sie sich DZ Bank-Chef Wolfgang

Kirsch mit seiner vor Jahresfrist geäußerten Erwartung eines

Ergebnisses von 1,5 Mrd. Euro geleistet hat, wird ja niemand meckern

wollen. Zumal der Gewinn, jenseits der zwar überschaubaren, aber in

diesen Zeiten schlüssig zu begründenden Ausschüttung von alles in

allem 224 Mill. Euro, einem guten Zweck dient: der Kapitalstärkung.

Da kommt die DZ Bank mit großen Schritten voran. Eine harte

Kernkapitalquote von 13 Prozent, entsprechend einem Plus von 1,6

Punkten, unter voller Anwendung des europäischen Regelwerks zum

Beispiel war im Jahresverlauf nicht unbedingt antizipierbar. Auch die

Leverage Ratio als ungewichtete Relation zwischen Bilanzsumme und

Eigenkapital ist mit jetzt glatt 4 Prozent schon eher vorzeigbar.

Wenn die DZ Bank und einige andere Häuser so robust bleiben

sollen, was ja im Interesse der ganzen Volkswirtschaft wäre, müssen

freilich die Gesetzgeber in Brüssel und Berlin und die

Aufsichtsinstanzen mitspielen. Macht man den Banken unnötig das Leben

schwer, indem sich die Regulierung mit ständig neuen Anforderungen

allweil selbst überholt oder etwa die Durchleitung von Förderkrediten

bei der Kapitalberechnung bestraft, wird darunter das

Wirtschaftswachstum umso stärker leiden. Das wäre das Letzte, was wir

in der angespannten politischen und ökonomischen Großwetterlage noch

gebrauchen könnten.

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