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OTS: Börsen-Zeitung / Börsen-Zeitung: Die M&A-Chemie stimmt, Kommentar zur ...

03.02.2016 20:52:39

Börsen-Zeitung: Die M&A-Chemie stimmt, Kommentar zur

Milliarden-Offerte für Syngenta von Norbert Hellmann

Frankfurt (ots) - Die Offerte des Staatsriesen Chemchina für den

Agrarchemiekonzern Syngenta über rund 40 Mrd. Euro verheißt den

bislang mit Abstand größten Auslandseinkauf eines chinesischen

Unternehmens. Er kommt zu einem interessanten Zeitpunkt: Chinas

Währung steht erstmals seit langem unter Abwertungsdruck. Auch sieht

man sich einer Kapitalabflussproblematik gegenüber. So gesehen ist

eine bombastische Auslandsakquisition durch ein chinesisches

Staatsunternehmen und ihr Niederschlag in der Devisenflussrechnung

eigentlich eher ein weiterer Schlag ins Kontor.

Der Vorstoß von Chemchina bei Syngenta wird in Peking dennoch

freudig begrüßt, denn er dient anderen Zielen, die auf der

Prioritätenliste der Reformplaner weit oben stehen. Man will aus den

zahlreichen, der Zentralregierung unterstehenden Unternehmen durch

Fusionen schlagkräftigere Einheiten formen. Und man möchte via eine

Globalisierungsoffensive, zu der selbstverständlich auch

Akquisitionen gehören, einer technologischen Aufrüstung und

Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Vorschub leisten,

die unter dem Motto "Made in China 2025" läuft.

Die Übernahme von Syngenta verspricht in einigen Aspekten die von

Chinesen so gerne betonte "Win-win-Situation": So darf sich Syngenta,

die sich Avancen des US-Rivalen Monsanto entzog, die wohl zu einer

Zerschlagung geführt hätten, beim chinesischen Bieter auf einen

stolzen Übernahmepreis und den Erhalt von Strukturen und

Arbeitsplätzen freuen. Für Chemchina winkt neben dem Aufstieg zu

einem der weltgrößten Branchenunternehmen in einem zuletzt sehr

konsolidierungsfreudigen Sektor eine sinnvolle Diversifizierung weg

von der wenig Freude bereitenden Petrochemie.

Für die Pekinger Regierung wiederum, die jüngst erst eine

Aufrüstungsoffensive zur Wachstums- und Produktivitätssteigerung im

Agrarsektor ausrief, ist die Sicherung von Forschungs- und

Entwicklungskapazitäten sowie Patenten rund um Pestizide und Saatgut

ein Grund zum Jubel. Bodenerosion und Umwelteffekte lassen die

landwirtschaftlich nutzbaren Flächen im Reich der Mitte bedrohlich

rasch schwinden. Der Zugang zu biotechnologischen Errungenschaften

ist da im Land mit den meisten Mündern auf der Welt eine nationale

Aufgabe, für die man Staatsunternehmen einsetzt.

Gibt gibt es auch Verlierer? Nun, für Monsanto und auch die

deutschen Branchengrößen BASF und Bayer wird das Chinageschäft in der

Agrarchemie nach dem Syngenta-Deal sicherlich noch um einiges härter.

OTS: Börsen-Zeitung

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Telefon: 069--2732-0

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