OTS: KfW / Konjunkturampel in der Eurozone bleibt auf Grün

OTS: KfW / Konjunkturampel in der Eurozone bleibt auf Grün
07.12.2017 11:59:41

Konjunkturampel in der Eurozone bleibt auf Grün

Frankfurt am Main (ots) -

- KfW Research erhöht Konjunkturprognosen für 2017 auf 2,3 %

(vorher: 2,2 %) und für 2018 auf 2,4 % (2,0 %)

- Binnennachfrage bleibt solide

- Exportsektor sorgt für zusätzlichen Schub

- Aufhellung in Weltwirtschaft kompensiert bisher Eurostärke

Die Wirtschaft in der Eurozone setzt ihren Aufschwung fort und

geht mit Rückenwind ins neue Jahr. KfW Research hebt seine

Konjunkturprognose für das laufende Jahr auf 2,3 % an (Vorprognose:

2,2 %). Damit steuert die Währungsunion auf das wirtschaftlich

erfolgreichste Jahr der letzten Dekade zu. Das gilt sowohl für die

reine Wachstumsdynamik als auch für die Qualität des Aufschwung, der

inzwischen sowohl regional als auch nachfrageseitig auf breiter Basis

ruht. 2018 bleibt die Konjunkturampel in der Eurozone auf Grün: KfW

Research erwartet einen realen Zuwachs von 2,4 % (Vorprognose: 2,0

%).

Die wichtigste Säule der wirtschaftlichen Erholung im Währungsraum

bleibt die solide binnenwirtschaftliche Entwicklung. Der private

Konsum profitiert von den Verbesserungen am Arbeitsmarkt und den

damit einhergehenden Einkommenszuwächsen. Die Arbeitslosenquote sinkt

kontinuierlich, die Erwerbstätigenzahl steigt weiter: Im Sommer

dieses Jahres waren in der Eurozone erstmals mehr Menschen

erwerbstätig als vor der Krise und im dritten Quartal wurde ein neues

Rekordhoch markiert. Die gute wirtschaftliche Lage sorgt für die

dringliche Belebung der lange schwachen Investitionstätigkeit in

vielen Ländern des Euroraums. Allerdings bleibt hier angesichts des

großen Aufholbedarfs Luft nach oben.

Der Tempogewinn beim europäischen Wachstum geht allerdings bereits

seit Ende 2016 vollständig auf das Konto des Außenhandels. Das ist

umso bemerkenswerter, als der Euro zeitgleich spürbar aufgewertet

hat. Dadurch werden europäische Waren und Dienstleistungen preislich

weniger attraktiv. Bislang hat sich die Stärke der

Gemeinschaftswährung jedoch nicht merklich dämpfend auf die

Exportnachfrage ausgewirkt.

Bei regionaler Betrachtung sind weiterhin Deutschland und Spanien

die verlässlichen Stützen des Wachstums der Eurozone. Die stärkere

Dynamik ist nun aber auch in Frankreich und Italien angekommen, beide

Länder können mehr und mehr aufholen. Die Beschleunigung des

Wirtschaftswachstums ist gerade für Italien eine gute Nachricht, da

dadurch eine Vielzahl der wirtschaftlichen Probleme wie die hohen

Staatsschulden und große Bestände an notleidenden Krediten einfacher

zu bewältigen sind.

"Auch wenn 2017 noch nicht ganz zu Ende ist, zeichnet sich ein

Fazit bereits ab: Die Eurozone ist in diesem Jahr die positive

Überraschung unter den bedeutenden Volkswirtschaften!", sagt Dr. Jörg

Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. "Für das kommende Jahr

bleibt die Konjunkturampel auf Grün. Bei anhaltend stabiler

Binnennachfrage wird die Währungsunion weiterhin von der breit

angelegten Erholung der Weltwirtschaft profitieren und noch eine

Schippe drauflegen. Ich erwarte für 2018 ein Plus des Realwachstums

von 2,4 %."

Risiken für die Konjunktur im Euroraum bestehen vor allem im

politischen Bereich, wenn sie auch derzeit etwas in den Hintergrund

gerückt sind. Zentral bleibt die Frage nach dem Ausgang der laufenden

Brexit-Verhandlungen. Zudem könnten ein ungünstiger Wahlausgang in

Italien und eine Verschleppung der notwendigen Weiterentwicklung der

Eurozone durch die schwierige Regierungsbildung in Deutschland das

Vertrauen in die gemeinsame Währung erneut schwächen. Auch eine

unerwartete Verlangsamung des Wachstums in den USA, ausgelöst durch

eine zu schnelle Straffung der Geldpolitik oder protektionistische

wirtschaftspolitische Maßnahmen, könnte potenziell die

wirtschaftliche Dynamik in Europa spürbar bremsen.

Der aktuelle KfW-Konjunkturkompass Eurozone ist abrufbar unter:

http://ots.de/0uIAU

Alle aktuellen Publikationen von KfW Research zur Wirtschaftslage

in Deutschland und der Eurozone finden Sie auf der Themenseite

Konjunktur unter http://ots.de/8ot5T

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