OTS: Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe / Kfz-Gewerbe: Umsatz ...

OTS: Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe / Kfz-Gewerbe: Umsatz ...
18.02.2016 11:38:40

Kfz-Gewerbe: Umsatz steigt um 6,2 Prozent (FOTO)

Berlin (ots) -

Mehr neue Auszubildende - Kritik an zusätzlicher CO2-Abgabe

Mehr verkaufte Neufahrzeuge und Gebrauchtwagen sowie gestiegene

Werkstattauslastung bescherten dem Kfz-Gewerbe im Jahr 2015 ein

Umsatzwachstum von 6,2 Prozent auf 156,5 Milliarden Euro (Vorjahr

147,4 Mrd. Euro). "Das Jahr 2015 ist gut gelaufen, trotz des Skandals

um manipulierte Emissionswerte", sagte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski

auf der Jahrespressekonferenz in Berlin. "Sowohl bei den

Neuzulassungen als auch im Gebrauchtwagengeschäft haben wir

Zuwachsraten zu verzeichnen. Und auch das Servicegeschäft hat sich

nach dem Einbruch in 2014 wieder erholt und ist gewachsen. Insofern

ist beim Umsatz alles okay. Die Rendite hat davon leider nicht

entsprechend profitiert." Die vorläufige Durchschnittsrendite sei mit

etwa 1,4 Prozent kaum merklich gestiegen (1,3 Prozent in 2014) und

nach wie vor ein Stück weit entfernt von drei Prozent Mindestrendite.

"Diese Rendite benötigen wir, um in die Aus- und Weiterbildung der

Mitarbeiter, in moderne Werkstatttechnik und nicht zuletzt in Glas,

Stahl und Steine nach den Vorgaben der Hersteller für den

Neuwagenvertrieb zu investieren", betonte Karpinski.

Fast 170 000 mehr verkaufte Neuwagen ließen den Umsatz in diesem

Geschäftsfeld um 4,5 Prozent auf 58,2 Milliarden Euro steigen (2014:

55,7 Mrd. Euro). Getragen wurde der Zuwachs von den gewerblichen

Zulassungen der Vermieter, Autoflotten, Hersteller und Händler mit

einem Anteil von 65,8 Prozent (Vorjahr: 63,8 Prozent). Die Zahl der

Privatkunden ist seit 2010 von 42,7 Prozent auf inzwischen nur noch

34,2 Prozent zurückgegangen. Sie bedienen sich immer häufiger im

Bereich der jungen Gebrauchtwagen.

An der um 3,7 Prozent auf 7,33 Millionen gestiegenen Zahl der

Besitzumschreibungen (7,07 Millionen in 2014) hatte das Kfz-Gewerbe

einen Anteil von 61 Prozent. Das ergab einen Umsatz von 57,8

Milliarden Euro, eine Steigerung von 11,4 Prozent im Vergleich zu

2014 (51,9 Mrd. Euro). Der Anstieg ist vor allem auf die wachsende

Anzahl junger und damit hochwertiger Gebrauchtwagen zurückzuführen,

die sich aus dem über 980 000 Einheiten umfassenden Pool der Händler-

und Herstellerzulassungen speisten. Deren Anteil an den

Neuzulassungen lag bei 30,6 Prozent und damit noch über dem hohen

Niveau des Jahres 2014 (29,8 Prozent). Erholt zeigte sich auch das

Werkstattgeschäft. Die Umsätze stiegen um 1,2 Prozent auf 30,3

Milliarden Euro (2014: 29,9 Milliarden Euro). Im Durchschnitt waren

die Werkstätten der 38 400 Kfz-Betriebe im vergangenen Jahr um 2

Prozentpunkte besser ausgelastet als in 2014.

Nach Einschätzung des ZDK wird sich der Automobilmarkt in

Deutschland auch im laufenden Jahr stabil zeigen. So rechnet der

Verband für das Jahr 2016 wieder mit insgesamt 3,2 Millionen

Pkw-Neuzulassungen. Der Schwerpunkt dürfte sich jedoch weiter auf den

gewerblichen Bereich verlagern. Entsprechend werde sich der Rückgang

der privaten Neuzulassungen weiter fortsetzen. Zugleich geht der ZDK

für 2016 von 7,3 bis 7,4 Millionen Pkw-Besitzumschreibungen und von

einem stabilen Werkstattgeschäft auf dem Niveau des vergangenen

Jahres aus.

Zahl der Auszubildenden gestiegen

Das Kfz-Gewerbe hat im vergangenen Jahr 2,5 Prozent mehr

Auszubildende eingestellt als im Jahr 2014. Bis zum 30. September

2015 wurden insgesamt 27 639 Ausbildungsverträge und damit 687 mehr

abgeschlossen als im Jahr 2014 (26 952). Insgesamt bilden die

Autohäuser und Werkstätten zurzeit rund 89 500 junge Menschen in

technischen und kaufmännischen Berufen aus.

Die Anzahl der Betriebe ist im vergangenen Jahr leicht um 100 auf

insgesamt 38 400 zurückgegangen. Davon waren 17 450

fabrikatsgebundene Betriebe und 20 950 freie Werkstätten. Die Zahl

der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lag mit 460 800 entsprechend um

1 200 unter dem Wert von 2014 (462 000).

Zusätzliche CO2-Abgabe wäre verkappte Steuererhöhung

Als verkappte Steuererhöhung bezeichnete Karpinski die von

Bundesumweltministerin Hendricks geforderte zusätzliche CO2-Abgabe.

Sie würde sogar Fahrzeuge betreffen, die den ab 2020 gültigen

CO2-Grenzwert von 95 Gramm pro Kilometer einhalten. Bereits heute

orientiere sich die Kfz-Steuer bekanntlich am CO2-Ausstoß. "Im

Koalitionsvertrag hingegen steht klipp und klar, dass

Steuererhöhungen in dieser Legislaturperiode ausgeschlossen sind.

Wie passt das mit der Forderung der Umweltministerin zusammen?",

fragte der ZDK-Präsident.

Auch der von ihr und anderen ins Gespräch gebrachten Erhöhung des

Steuersatzes auf Dieselkraftstoff erteilte der ZDK eine Absage. Das

träfe vor allem viele Millionen Berufspendler, die sich aus guten

Gründen für sparsame und effiziente Dieselfahrzeuge entschieden

hätten.

Kaufprämie für Elektrofahrzeuge würde nur Strohfeuer entfachen

In der anhaltenden Debatte über die Einführung einer Kaufprämie

für Elektrofahrzeuge bekräftigte der ZDK seine ablehnende Haltung.

Sobald die von der Industrie angekündigten massiven Fortschritte bei

Gewicht und Leistungsfähigkeit der Batterien sowie Ladedauer und

Fahrzeugreichweite tatsächlich erzielt würden, mache das Elektroauto

auch ohne direkte Kaufanreize seinen Weg, so ZDK-Präsident Karpinski.

Die Kaufzurückhaltung liege ja nicht nur im Preis von

Elektrofahrzeugen begründet. Ziel müsse es deshalb sein, die

Vorbehalte der Kunden durch Produktverbesserungen und einen Ausbau

der Ladeinfrastruktur auszuräumen, statt durch Geldprämien ein

Strohfeuer zu entfachen.

OTS: Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe

newsroom: http://www.presseportal.de/nr/7865

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Pressekontakt:

Ulrich Köster, Pressesprecher

Zentralverband

Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK)

Franz-Lohe-Straße 21

53129 Bonn

Tel.: 0228/91 27 270

Fax: 0228/91 27 154

E-Mail: koester@kfzgewerbe.de

Internet: www.kfzgewerbe.de

- Querverweis: Bildmaterial wird über obs versandt und ist

abrufbar unter http://www.presseportal.de/pm/7865/3254962 -

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