Pariser Polizeiwachen-Angreifer hat in Deutschland gelebt

Pariser Polizeiwachen-Angreifer hat in Deutschland gelebt
10.01.2016 09:41:52

Berlin (Reuters) - Der in Paris erschossene Angreifer auf eine Polizeistation hat in Deutschland gelebt.

Er habe eine Wohnung auf dem Gelände einer Asylbewerberunterkunft in Recklinghausen gehabt, teilte das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalens am Sonntag mit. Hinweise darauf seien von französischen Sicherheitsbehörden gekommen. Die Ermittlungen würden fortgesetzt. Bisher gebe es jedoch keine Anzeichen für weitere mögliche Anschläge.

Die "Welt am Sonntag" berichtete unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise, der Mann habe im September 2015 das Zeichen der Extremisten-Miliz islamischer Staat (IS) an die Wand der Unterkunft gemalt. Er sei in Deutschland unter vier Alias-Namen registriert gewesen und habe als Staatsangehörigkeit mal syrisch, mal marokkanisch und mal georgisch angegeben. Er sei zudem mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten.

Ein Pariser Staatsanwalt hatte am Freitag gesagt, der Angreifer habe eine deutsche Sim-Karte in seinem Handy gehabt. Er habe Papiere bei sich getragen, die auf eine tunesische Staatsangehörigkeit schließen ließen. In französischen Justizkreisen hatte es geheißen, der Angreifer sei in Marokko geboren, obdachlos und wegen Diebstahls polizeibekannt.

Der Mann hatte eine Sprengstoffgürtel-Attrappe getragen und wollte mit einem Schlachterbeil bewaffnet in eine Polizeiwache eindringen. Nach Angaben der Ermittler rief er "Allahu akbar" ("Gott ist groß") und trug ein auf Arabisch verfasstes Bekennerschreiben mit der Flagge der IS bei sich. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen Terrorverdachts ein. Justizministerin Christiane Taubira erklärte aber später, Verbindungen des Täters zu Islamistengruppen seien nicht bekannt. Sie deutete an, der Mann haben möglicherweise an einer psychischen Störung gelitten.

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