ROUNDUP 2: Bilfinger für 2016 zurückhaltend - Kein Entscheid zu Verkäufen

ROUNDUP 2: Bilfinger für 2016 zurückhaltend - Kein Entscheid zu Verkäufen

WKN: 590900 ISIN: DE0005909006 Bilfinger SE

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28.09.2016 - 08:18
16.03.2016 12:46:39

(neu: Aussagen aus der Pressekonferenz und Aktienkurs.)

MANNHEIM (dpa-AFX) - Der kriselnde Bau- und Industriedienstleister Bilfinger (Bilfinger SE) hält sich nach einem Rekordverlust beim Thema Konzernumbau bedeckt und streicht die Dividende. "Klar ist: 2016 wird ein Übergangsjahr", sagte Konzernchef Per Utnegaard am Mittwoch bei der Bilanzvorlage. Zuletzt hatte der Konzern sein Wassergeschäft verkauft. Das seit der Energiewende in Deutschland dauerkriselnde Kraftwerksgeschäft steht im Schaufenster und für das Bau- und Gebäudedienstleistungsgeschäft hatte der MDAX-Konzern im Januar überraschend Kaufinteressenten gemeldet.

"Wir prüfen diese sorgfältig und ergebnisoffen", erklärte Utnegaard zu den Angeboten. Fragen wich er aus und erklärte lediglich, dass die Prüfung noch ein paar Wochen Zeit in Anspruch nehme. Die Entscheidung über einen möglichen Verkauf hätte weitreichende Folgen für Aufstellung und Strategie des Konzerns. "Die Prüfung erfolgt deshalb mit größter Sorgfalt - Gründlichkeit geht klar vor Schnelligkeit", betonte Utnegaard. Man setze sich nicht unter Zeitdruck.

Im eigentlichen Geschäft stellt sich der Konzern auf ein erneut schwieriges Jahr ein. Die Erwartungen seien "verhalten", sagte Utnegaard. Das geopolitische Umfeld bleibe komplex und die eigenen Märkte anspruchsvoll. Die Zurückhaltung der Energiekonzerne nach der Energiewende in Deutschland sowie gekappte Investitionen in der Öl- und Gasindustrie im Zuge des Preisverfalls hatten den Konzern in die Bredouille gebracht. Ein Umschwung sei nicht zu erwarten. Mit Kostensenkungen und Stellenstreichungen steuert Utnegaard gegen.

In den ersten drei Monaten 2016 sei im Gesamtkonzern trotz einer geringeren Leistung auch dank der Einsparungen ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) auf Höhe des Vorjahres zu erwarten. Im Gesamtjahr dürfte die Leistung trotz eines erwarteten leichten Wachstums im Baugeschäft und bei Gebäudediensten "deutlich" sinken. Der bereinigte operative Gewinn (Ebita) dürfte bei einer höheren Marge "leicht" steigen. Das Konzernergebnis werde unterdessen von Einmalaufwendungen etwa für den Umbau belastet.

Angesichts eines Rekordverlustes sowie hoher Mittelabflüsse für den Umbau soll die Dividende entfallen. Ein Jahr zuvor hatte Bilfinger die Dividende trotz des ersten Verlusts seit 1998 lediglich um einen auf zwei Euro je Aktie gekappt. Der Konzern verfolge grundsätzlich eine auf Kontinuität ausgerichtete Dividendenpolitik, sagte Utnegaart. Dabei solle etwa die Hälfte des bereinigten Konzerngewinns ausgeschüttet werden. Zuerst müsse aber die Neuausrichtung gemeistert werden.

Am Finanzmarkt sorgen die vorsichtigen Aussagen zu 2016 und die Dividenden-Streichung für einen Kursrutsch. Die Aktien sackten gegen Mittag um fast 9 Prozent ab. Sie waren damit MDax-Schlusslicht. Händler und Analysten zeigten sich in ersten Reaktionen eher enttäuscht.

Utnegaard hatte nach seinem Amtsantritt Mitte 2015 den Konzern umgekrempelt und das Kraftwerksgeschäft zum Verkauf gestellt. Hohe Abschreibungen in diesem Geschäft und Kosten für den Konzernumbau sorgten 2015 bei einem leichten Anstieg der Leistung für einen Verlust von 489 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor war der Konzern mit noch knapp 60 000 Mitarbeitern bereits mit 71 Millionen Euro in die Verlustzone gerutscht. Eckdaten hatte Bilfinger bereits Mitte Februar veröffentlicht.

Der Norweger Utnegaard gilt als Mann des schwedischen Investors Cevian. Dieser war 2011 bei Bilfinger eingestiegen und hält knapp 26 Prozent an dem Konzern. Die Gesellschaft gilt als kämpferisch. Die Bekanntgabe von Kaufinteressen für weitere Sparten hatte im Unternehmen für Unruhe gesorgt und Sorgen vor einer Zerschlagung des Konzerns geweckt, der auf eine gut 125-jährige Geschichte zurückblickt.

Im Mai will Utnegaard weitere Details zur Umsetzung der neuen Strategie vorstellen und die Mittelfrist-Ziele bekannt geben. Bilfinger stehe erst am Anfang eines großen Veränderungsprozesses. Utnegaard zeigte sich aber zuversichtlich, dass der Konzern ab 2017 wieder mit voller Kraft durchstarte./jha/men/fbr

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