ROUNDUP 2: Volkswagen nennt weitere Rückruf-Termine - Durchsuchungen in Südkorea

ROUNDUP 2: Volkswagen nennt weitere Rückruf-Termine - Durchsuchungen in Südkorea

WKN: 675700 ISIN: DE0006757008 Audi AG

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09.12.2016 - 17:05
19.02.2016 17:06:40

(neu: Audi-Rückruf)

WOLFSBURG/BERLIN (dpa-AFX) - Für Volkswagens Riesen-Rückruf wegen des Abgas-Skandals gibt es weitere Starttermine. In einem Kundenbrief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, nennt der Konzern für die Wagen mit dem kleinsten betroffenen Motor mit 1,2 Litern Hubraum einen Beginn der Werkstatt-Aktion ab dem 30. Mai (Kalenderwoche 22). Die mittelgroßen Motoren mit 1,6 Litern Hubraum sind ab dem 5. September (Kalenderwoche 36) an der Reihe. Bereits bekannt ist das Startdatum 29. Februar (Kalenderwoche 9) für die 2,0-Liter-Antriebe. Dabei machen Varianten des Passat den Anfang.

In Deutschland sind rund 2,5 Millionen VW-Modelle (Volkswagen vz) von Manipulationen bei Diesel-Abgaswerten betroffen. Wann genau welche Typen dran sind, hängt von den Kombinationen aus Motor, Baujahr und Getriebe ab. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gibt die Termine schrittweise frei.

Bei den mittleren 1,6-Liter-Motoren muss neben einem Software-Update auch ein Bauteil eingesetzt werden. In dem Schreiben heißt es, jeder VW-Halter erhalte noch einen zweiten Brief, der dann zum konkreten Termin in der Werkstatt aufrufe. "Wir bedauern zutiefst, dass wir Ihr Vertrauen enttäuscht haben, und werden diese Unregelmäßigkeit schnellstmöglich beheben", schreibt Volkswagen. Alle Fahrzeuge seien auch ohne die Nachbesserung "technisch sicher und fahrbereit".

Die VW-Tochter Audi ruft die vom Abgas-Skandal betroffenen Autos ab März in die Werkstätten zurück. Den Anfang mache der A4 mit 2-Liter-TDI-Motor, sagte ein Sprecher am Freitag in Ingolstadt. Zuvor hatte die "Automobilwoche" darüber berichtet. Bis Mitte des Jahres werde dann schrittweise auch die Motor-Software der anderen Audi-Modelle mit dem gleichen Motor erneuert. Der Rückruf für die Wagen mit 1,6-Liter-Dieselantrieben folge ab September. Ziel sei es, einen Großteil der in Deutschland betroffenen 531 000 Audis noch in diesem Jahr mit einer neuen Motorsteuerung zu versehen.

Ärger wegen der Affäre haben die Wolfsburger auch im wichtigen Markt Südkorea. In der Heimat des Rivalen Hyundai (Hyundai Motor)/Kia hatte das Umweltministerium nach eigenen Abgastests bereits im November für mehrere Modelle der Marken VW und Audi Rückrufe angeordnet - nun durchsuchte die Staatsanwaltschaft die Niederlassung des deutschen Autobauers in der Hauptstadt Seoul. Die Ermittler hätten Dokumente und Festplatten sowie E-Mails an die und von der Konzernleitung in Deutschland sichergestellt, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap am Freitag unter Berufung auf das Büro der Staatsanwaltschaft.

Die Aktion habe unter anderem im Zusammenhang mit dem Vorwurf gestanden, dass VW mangelhafte Rückrufpläne für mehr als 125 000 Dieselautos eingereicht habe. Im Januar hatte das Ministerium gegen den Chef von Audi Volkswagen Korea, Johannes Thammer, Strafanzeige erstattet. VW betonte, man sei mit dem Umweltministerium im Gespräch über einen "zusätzlichen Rückrufplan". Dieser werde bald eingereicht.

Nach einem Bericht des "Manager Magazins" rechnet der Konzern damit, dass die Aufarbeitung des Abgas-Skandals sich auch in den USA weiter hinziehen könnte. Top-Manager erwarteten dort keine Einigung mit den Behörden über Lösungen für die manipulierten Autos vor Ende März, schrieb das Blatt unter Berufung auf Unternehmenskreise. Zudem würden die zurückgelegten 6,7 Milliarden Euro womöglich nicht ausreichen.

Bei VW hieß es: "Das sind Spekulationen, die wir nicht kommentieren." Die US-Behörden hatten einen ersten Rückrufplan abgelehnt und Nachbesserungen angemahnt. Volkswagen drohen auch Rückkaufe. An der Börse fiel der Kurs der VW-Aktie bis zum Nachmittag um rund 4 Prozent.

Anders als in den Vereinigten Staaten hat das Unternehmen den Kunden in Europa noch keine direkten Entschädigungen für Folgen des Skandals angeboten. Der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), Klaus Müller, kritisierte dies im "Handelsblatt" scharf: "In vergleichbarer Situation würde es kein Lebensmittelkonzern wagen, derart mit Informationen und Entschädigungsangeboten zu geizen."/jap/loh/dg/fri/DP/zb

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