ROUNDUP: Iran und Deutsche Wirtschaft: Bankgeschäfte ausbauen

ROUNDUP: Iran und Deutsche Wirtschaft: Bankgeschäfte ausbauen

WKN: 514000 ISIN: DE0005140008 Deutsche Bank AG

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26.09.2016 - 15:21
03.03.2016 11:09:39

BERLIN (dpa-AFX) - Nach der Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran hofft die deutsche Wirtschaft auf einen raschen Ausbau der Bankgeschäfte zur Exportfinanzierung. Der Iran habe hoffentlich bald wieder Zugriff auf Finanzmittel, sagte Siemens-Vorstand Siegfried Russwurm am Donnerstag in Berlin auf einem Wirtschaftsforum des DIHK: "Wenn es gelingt, auch die Finanzwirtschaft wieder ordentlich zum Laufen zu bringen, dann steht... einer fruchtbaren Zusammenarbeit nichts im Wege."

Er "hoffe sehr, dass Iran auch bald wieder am internationalen Bankensystem teilnehmen kann", sagte der Siemens-Manager weiter. Gerade auch für mittelständische Unternehmen müssten Finanztransfers möglich sein. Der iranische Energieminister Hamid Chitchian warb für eine Ansiedlung deutscher Finanzinstitute im Iran. Auch die Absicherung von Exportgeschäften deutscher Firmen durch staatliche Hermes-Bürgschaften wären erste Schritte.

Nach dem Ende der Sanktionen im Januar konnten Exporte deutscher Firmen mit Iran zunächst noch nicht mit staatlichen Hermes-Deckungen abgesichert werden. Grund dafür sind Altschulden iranischer Firmen. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte kürzlich erklärt, Berlin und Teheran verhandelten über Regeln der Rückzahlung. Eine Lösung war in Kürze erwartet worden. Faktisch gab es nach Aussage der Wirtschaft faktisch keine namhafte europäische Bank, die Exportgeschäfte mit dem Iran finanziere.

Die Wirtschaft rechnet dank eines Exportbooms mit Zehntausenden neuen Arbeitsplätzen in Deutschland. Mit den gewaltigen iranischen Rohstoffvorkommen als Trumpf könnten sich die deutschen Ausfuhren in den Iran innerhalb weniger Jahre auf zehn Milliarden Euro verfünffachen: "In Deutschland können dadurch rund 80 000 neue Arbeitsplätze entstehen", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, der dpa.

Deutsche Firmen haben im Iran einen guten Ruf. "Der Iran war in den 1970er Jahren der zweitwichtigste Handelspartner für die deutsche Wirtschaft außerhalb Europas", sagte Treier. Mit der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen und dem Wahlsieg der Reformer bei den Parlamentswahlen sei der Kurs der wirtschaftlichen Öffnung von Staatschef Hassan Rohani gestärkt. "Für die deutsche Wirtschaft besteht die Chance auf Aufträge in Milliardenhöhe."

Der Iran besitzt die viertgrößten Erdölreserven und die zweitgrößten Gasressourcen weltweit. Allein im Ölgeschäft will der islamische Staat Projekte mit einem Auftragsvolumen von rund 170 Milliarden Euro anschieben. Davon könnte die deutsche Industrie profitieren.

Energieminister Chitchian verwies auf den Entwicklungsplan seines Landes, der jährliche Wachtsumsraten von acht Prozent unterstelle. Iran verfüge über eine transparente Gesetzgebung zum Schutz ausländischer Investitionen. Deutsche Firmen genießen nach seinen Worten in Iran großes Vertrauen. Die iranische Gesellschaft und die Firmen werden laut Chitchian sehr zuverlässige Partner sin, mit denen deutsche Unternehmen langfristig planen könnten: "Das wird im Interesse beider Staaten sein und anderen Ländern zugute kommen."

Im Jahr 2014 lag das deutsche Exportvolumen nach Angaben des DIHK bei rund 2,4 Milliarden Euro. 2015 seien die Exporte rückläufig gewesen, da sich das Land in einer wirtschaftlichen Stagnation befindet. Das deutsch-iranische Handelsvolumen insgesamt - also Ex- und Importe - belief sich 2014 auf 2,69 Milliarden Euro./sl/tb/DP/fbr

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