29.02.2016 05:25:39

ROUNDUP/Verband: Pleite von German Pellets schadet Ruf der Branche


STUTTGART (dpa-AFX) - Durch die Insolvenz des Holzverarbeiters German Pellets in Wismar müssen Nutzer der alternativen Energieform nach Darstellung des Branchenverbandes keine Nachteile befürchten. Allerdings sieht der Verband einen Rufschaden für die Holzpellet-Industrie. "Die Insolvenz von German Pellets ist ganz klar dem besonderen Geschäftsmodell der Firma geschuldet und kein Resultat einer Branchenkrise", sagt Martin Bentele, Geschäftsführer des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbands (DEPV). Menschen, die auf Pellets gesetzt haben - davon bundesweit ein Fünftel in Baden-Württemberg -, würden weiter mit dem Brennstoff versorgt.

German Pellets, der einst weltgrößte Produzent und Händler von Holzpellets, hatte am 10. Februar Insolvenzantrag gestellt. DEPV-Chef Bentele räumt ein, dass nach jahrelangem Wachstum die Energiewende am Heizungsmarkt gebremst werde. Gründe seien Faktoren wie die milde Witterung, der niedrige Ölpreis und ein Zögern der Verbraucher. "Das spüren die Hersteller von Heizkesseln und Öfen genauso wie die Pelletproduzenten und der Handel, denen es bessergehen könnte."

Besonders im waldreichen Südwesten sieht der Verband weiter große Chancen für den Energieträger, dessen Preis stabil sei. In den vielen Sägewerken fallen Holzspäne als Produktionsbasis für die Pellets an. "Die Branche ist auch im Südwesten komplett regional ausgerichtet, hat eine gesunde mittelständische Unternehmensstruktur und setzt weiter auf gesundes Wachstum", sagt Bentele.

Von der bundesweiten Produktion werden nach Darstellung des Verbandes rund 450 000 Tonnen in Baden-Württemberg an acht Standorten produziert - das sind 22 Prozent. Verbraucht würden davon nur 350 000 Tonnen. Deshalb falle der Stillstand der zwei von German Pellets im Südwesten betriebenen Standorte Ettenheim und Herbrechtingen nicht ins Gewicht. Bentele erwartet, "dass die beiden modernen und verkehrstechnisch gut liegenden German-Pellets-Werke schon bald einen neuen Besitzer finden werden".

Deutschlandweit werden nach Darstellung des Verbandes je nach Winterwitterung mal mehr, mal weniger als zwei Millionen Tonnen Pellets produziert. 10 bis 15 Prozent gehen in den Export. "Wir haben in Deutschland einen über 15 Jahre gewachsenen Pelletmarkt mit fast 400 000 Privatleuten, Kommunen, Wohnungsbaugesellschaften oder anderen gewerblichen Nutzern", sagt Bentele. Von diesen Anlagen seien in Baden-Württemberg rund 75 000 - oder knapp 19 Prozent - zu finden. An erster Stelle liege Bayern mit 36 Prozent./mau/DP/zb

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