ROUNDUP2: HeidelbergCement will Dividende kräftig erhöhen

ROUNDUP2: HeidelbergCement will Dividende kräftig erhöhen
17.03.2016 14:22:41

(neu: Aussagen aus der Pressekonferenz)

HEIDELBERG (dpa-AFX) - Der Baustoffkonzern HeidelbergCement will nach einem Gewinnsprung für das Jahr 2015 deutlich mehr an seine Aktionäre ausschütten. Die Dividende soll je Aktie um 73 Prozent auf 1,30 Euro erhöht werden, wie die im Dax notierte Gesellschaft am Donnerstag in Heidelberg mitteilte. Damit will das Unternehmen genauso viel an Dividende zahlen wie mit der Rekordzahlung für das Jahr 2007. Unternehmenschef Bernd Scheifele hatte bereits vor einem Jahr angekündigt, dass die Aktionäre künftig stärker an der Gewinnentwicklung des Unternehmens beteiligt werden sollen. 2015 legte der auf die Aktionäre entfallende Gewinn um 65 Prozent auf 800 Millionen Euro zu.

Dank eines Sparkurses, Preiserhöhungen und günstiger Wechselkurse im Tagesgeschäft stieg der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 14 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte um 7 Prozent auf knapp 13,5 Milliarden Euro. Rechnet man den Rückenwind durch den schwachen Euro heraus, wären die Erlöse jedoch auf Vorjahresniveau verharrt. Während der Konzern von einer besseren Baustoffnachfrage in Großbritannien und im Norden der USA profitierte, machten dem Konzern in Russland und der Ukraine die Abwertung der Währungen und sinkende Preise zu schaffen.

Nach der guten Geschäftsentwicklung 2015 blickt HeidelbergCement verhalten zuversichtlich in das laufende Jahr. Für 2016 peile HeidelbergCement nicht zuletzt wegen deutlich geringerer Finanzierungskosten einen moderaten Anstieg bei Umsatz, operativem Ergebnis (Ebitda) und bereinigten Gewinn an, sagte Scheifele. Dies bedeute einen mittleren bis hohen einstelligen Zuwachs. Dabei rechnet er etwa Wechselkurs- und Konsolidierungseffekte heraus.

"Der Ausblick für die Weltwirtschaft ist zwar positiv, aber es bestehen große makroökonomische und insbesondere geopolitische Risiken", sagte Scheifele. Die beiden ersten Monate seien für das Unternehmen gut gelaufen. Positiv stimmen Scheifele vor allem die Industriestaaten. Dabei wolle das Unternehmen vor allem von der guten und stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in den USA, Großbritannien, Deutschland, Nordeuropa und Australien profitieren, sagte er. In diesen Ländern erziele die im Dax notierte Gesellschaft etwa 60 Prozent des Umsatzes. Weniger zuversichtlich zeigte sich der HeidelbergCement-Chef für China und Indien. Das Umfeld bleibe herausfordernd.

Am Russland-Geschäft will Scheifele trotz des schwierigen Marktes festhalten. In Russland gelte der Spruch: Die Putins kommen und gehen, aber Russland bleibt, sagte er. Der Markt sei momentan schwierig, aber es werde auch wieder besser werden. Zudem sei HeidelbergCement mit seinen Werken in der Nähe von Sankt Petersburg und Moskau in dem Land gut positioniert. Anders verhalte sich es mit der Ukraine. Im Januar und Februar hätte HeidelbergCement dort zwar überraschend deutlich mehr abgesetzt, "aber wir werden das Land im Auge behalten, ob wir langfristig an dem Standort festhalten", sagte Scheifele.

Auftrieb soll hingegen vor allem die geplante milliardenschwere Übernahme des Konkurrenten Italcementi bringen. Die Heidelberger versprechen sich einen starken Anstieg bei Umsatz und operativem Ergebnis, sobald Italcementi in die HeidelbergCement-Bilanz mit einfließt. Ende Juli 2015 hatte HeidelbergCement die geplante Übernahme angekündigt. Die Deutschen wollen mit der 3,7 Milliarden Euro schweren Transaktion den Abstand zum Marktführer LafargeHolcim verkürzen. Bei Zuschlagsstoffen wie Sand, Kies und Schotter würden sie sogar wieder die Nummer eins.

In einem ersten Schritt will HeidelbergCement den 45-Prozent-Anteil der Finanzholding der Familie Pesenti bis Mitte 2016 erwerben und den verbliebenen Italcementi-Aktionären danach ein Pflichtangebot machen. HeidelbergCement will die Übernahme in der zweiten Jahreshälfte abschließen. Aufgrund kartellrechtlicher Auflagen wird sich HeidelbergCement aber auch von Werken etwa in den USA und Belgien trennen müssen. Hier rechnet Scheifele mit einem Verkaufserlös von rund einer Milliarde Euro. Allerdings benötigt das Unternehmen noch die Genehmigung der Wettbewerbsbehörden in den USA und Europa./mne/fbr

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