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Razzia bei Renault wegen Verdacht auf Abgas-Schummelei

- von Leigh Thomas und Gilles Guillaume

Paris (Reuters) - Vier Monate nach Bekanntwerden des VW-Abgasskandals sind beim französischen Konkurrenten Renault die Behörden zu einer Razzia angerückt.

Der Autobauer teilte am Donnerstag mit, drei seiner Werke seien im Rahmen einer Überprüfung von Abgasmesswerten durchsucht worden. Man kooperiere vollumfänglich mit den Ermittlern zusammen. Die laufenden Tests ergaben laut Renault keine Hinweise auf manipulierte Werte. An der Börse war das Entsetzen groß: Renault-Aktien verloren zeitweise knapp 23 Prozent an Wert. Der Autobauer büßte damit rund fünf Milliarden Euro Börsenwert ein - der schlechteste Tag für Renault seit Erstnotiz der Aktie 1994.

Renaults deutscher Partner Daimler, der in einigen Fahrzeugen Motoren der Franzosen einsetzt, bekräftigte, dass zu keinem Zeitpunkt Schummelsoftware eingebaut worden sei. Ein Daimler-Sprecher sagte: "Renault hat uns versichert, dies ebenfalls nicht zu tun." Die eingesetzten Diesel-Motoren enthielten keine Software zur Abgasmanipulation. Der heimische Renault-Rivale Peugeot erklärte, dass in seinen Werken keine Durchsuchungen stattgefunden hätten. Die Abgastests des Energieministeriums hätten keine Unregelmäßigkeiten ergeben.

AUTOAKTIEN IN SIPPENHAFT

An der Börse entfaltete diese Brandmauer keine Schutzwirkung - die Peugeot-Aktie verlor gut fünf Prozent. Auch die Papiere zahlreicher anderer Autohersteller wurde in Mitleidenschaft gezogen: VW-Aktien etwa notierten an der Börse Frankfurt drei Prozent niedriger, BMW und Daimler büßten bis zu vier Prozent ein. Fiat-Papiere rutschten um 8,5 Prozent ab, allerdings litten sie zusätzlich unter einem Bericht über eine Klage in den USA wegen angeblich geschönter Absatzzahlen.

Wie Renault mitteilte, durchsuchten die Ermittler die Zentrale des Konzerns bei Paris sowie zwei Technikzentren. Auch Material werde geprüft. Ein Gewerkschaftsvertreter sagte, die Geschäftsräume von Renault seien bereits vergangene Woche durchsucht worden waren. "Das Management hat zwar nicht bestätigt, dass es sich um die Stickoxid-Emissionen dreht. Betrachtet man aber die durchsuchten Geschäftsbereiche, könnte da ein Zusammenhang bestehen", sagte Gewerkschafter Florent Grimaldi. Eine von der Regierung eingesetzte Kommission untersucht derzeit 100 Fahrzeugmodelle französischer Autobauer, darunter 25 von Renault. Der Hersteller teilte mit, bis Ende Dezember seien vier seiner Modelle getestet und "kein Hinweis auf eine Betrugssoftware" entdeckt worden.

Europas größter Hersteller Volkswagen hatte im September 2015 auf Druck der US-Umweltbehörde EPA zugegeben, Stickstoffwerte bei Diesel-Autos geschönt zu haben. Weltweit ist eine Software, die den Stickoxid-Ausstoß nur auf dem Prüfstand unter den Grenzwert senkt, in elf Millionen Autos eingebaut. Seit dem Bekanntwerden der Manipulation steht auch die Konkurrenz unter besonderer Beobachtung von Behörden, Justiz und Öffentlichkeit.

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