ÜBERBLICK

Reformer Macron? Was sich der neue französische Präsident wirtschaftspolitisch vorgenommen hat

Reformer Macron? Was sich der neue französische Präsident wirtschaftspolitisch vorgenommen hat
19.06.2017 20:00:00

Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron hat in der zweiten Runde der Parlamentswahl eine absolute Mehrheit hinter sich gebracht. Mit ihm verbinden viele Franzosen die Hoffnung, dass es nach jahrelanger Flaute in der nach Deutschland zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone wieder aufwärts geht. Zur Belebung der Wirtschaft hat Macron Reformen angekündigt. Ein Überblick:



STEUERN



Die Unternehmensteuer soll von derzeit 33 auf 25 Prozent sinken. Die Steuergutschrift für Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung (CICE) soll umgewandelt werden in eine dauerhafte Entlastung für Arbeitnehmer mit niedrigen Löhnen.


ARBEITSZEIT



An der 35-Stunden-Woche soll festgehalten werden. Allerdings könnte sie flexibler geregelt werden, indem Betriebe über die tatsächliche Arbeitszeit mit ihren Beschäftigten verhandeln.


GERINGVERDIENER



Sie sollen von bestimmten Sozialabgaben befreit werden. Dadurch könnten Niedriglohnempfänger einen zusätzlichen Monatslohn pro Jahr in ihren Taschen haben.

INVESTITIONEN



Binnen fünf Jahren sollen 50 Milliarden Euro an öffentlichen Geldern investiert werden. 15 Milliarden Euro davon sollen in bessere Aus- und Weiterbildung gesteckt werden, um die Einstellungschancen von Jobsuchenden zu verbessern. Ebenfalls 15 Milliarden Euro sind eingeplant, um erneuerbare Energien zu fördern. Weitere Milliarden sind für die Landwirtschaft, die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung, für Infrastruktur und das Gesundheitswesen gedacht.

EINSPARUNGEN



60 Milliarden Euro Einsparungen sind bei den Staatsausgaben vorgesehen, die in Frankreich traditionell hoch sind. Zehn Milliarden Euro soll der erwartete Rückgang der Arbeitslosenquote von derzeit etwa zehn auf sieben Prozent bringen, indem die Ausgaben für Arbeitslosengeld sinken. Durch eine verbesserte Effizienz soll das Gesundheitswesen zehn Milliarden einsparen, weitere 25 Milliarden Euro die Modernisierung des Staatsapparates.

BILDUNG



In Gegenden mit niedrigen Einkommen soll die Schülerzahl auf zwölf pro Klasse begrenzt werden. Lehrer sollen als Anreiz für eine Arbeit in solchen Regionen einen Bonus von 3000 Euro pro Jahr bekommen. Alle 18-Jährigen sollen einen Kulturpass im Wert von 500 Euro erhalten, den sie beispielsweise für Kino-, Theater- und Konzertbesuche ausgeben können.

rtr


Bildquelle: Stephane Mahe/Reuters

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