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Saudi-Arabien kappt Handelsbeziehungen zum Iran

04.01.2016 17:46:59

- von Angus McDowall

Riad (Reuters) - Saudi-Arabien verschärft die Gangart im Streit mit dem Iran.

Das Königreich kündigte am Montag an, die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Regionalmächten zu kappen. Außerdem werde der Flugverkehr eingestellt und saudiarabische Bürger dürften nicht mehr in den Iran reisen, sagte Außenminister Adel al-Dschubeir in einem Reuters-Interview. Zugleich weitete sich der Konflikt am Golf aus. Bahrain und der Sudan brachen die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab. Als Vermittler brachte sich Russland ins Gespräch. Die Aktienmärkte in der Golf-Region gaben deutlich nach. Der Ölpreis stieg wegen der Spannungen zwischen den beiden Großproduzenten.[nL8N14O2OA]

Saudi-Arabien hatte nach der Erstürmung seiner Botschaft in der iranischen Hauptstadt Teheran bereits die diplomatischen Beziehungen zu dem Erzrivalen abgebrochen. Die Proteste im Iran waren durch die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr im sunnitischen Saudi-Arabien ausgelöst worden. Saudi-Arabiens Außenminister erklärte, der Iran müsse sich wie ein normales Land verhalten und internationale Normen respektieren, bevor die Beziehungen wieder normalisiert werden könnten. Iranische Pilger seien allerdings nach wie vor willkommen, die heiligen Stätten in Mekka und Medina zu besuchen.

ESKALATION RUFT WELTMÄCHTE AUF DEN PLAN

Die Eskalation am Golf bereitet den Weltmächten zunehmend Sorge. Nach den USA forderten auch China, Russland und Frankreich eine diplomatische Lösung der Krise. In Berlin rief die Bundesregierung Saudi-Arabien und den Iran zum Dialog auf. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern seien "von grundlegender Bedeutung für die Lösung der Krisen in Syrien, im Jemen und für die Stabilität der gesamten Region", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. In Moskau erklärte ein nicht namentlich genannter Mitarbeiter des Außenministeriums laut Nachrichtenagentur RIA, sein Land stehe als Vermittler zur Verfügung. "Als Freunde, wären wir - sollten wir gefragt werden - bereit, eine Vermittlerrolle einzunehmen, um die gegenwärtigen und mögliche künftige Meinungsverschiedenheiten zwischen diesen beiden Ländern auszuräumen."

Angriffe auf diplomatische Vertretungen könnten nie eine legale Möglichkeit des Protests sein, rügte Russland die Stürmung der saudiarabischen Botschaft in Teheran. Das Außenministerium in Moskau zeigte sich ernsthaft besorgt über die sich immer weiter verschlechternde Lage in der Region und forderte beide Seiten zur Zurückhaltung und dem Verzicht auf jegliche Schritte auf, die den Konflikt anheizten. Moskau unterhält enge Beziehungen zum Iran und hatte sowohl bei dessen Einbeziehung in die Suche nach einer Lösung des Syrien-Konflikts wie auch beim Kompromiss um das iranische Atomprogramm eine wichtige Rolle gespielt.

"DAS TOR ZUR HÖLLE"

Trotz der Appelle erhöhten sich vor Ort die Spannungen weiter. Der oberste geistliche und politische Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, drohte dem saudiarabischen Königshaus mit der "Rache Gottes". Auch die Revolutionsgarden kündigten "scharfe Vergeltung" an.

Im schiitisch regierten Irak löste die Zerstörung zweier sunnitischer Moscheen am Sonntagabend Furcht vor einem Wiederaufflammen der religiösen Gewalt aus, die das Land nach dem Sturz des früheren Machthabers Saddam Hussein viele Jahre lang erschüttert hatte. Der Führer einer schiitischen Miliz drohte, die Tötung Scheich Nimrs habe "das Tor zur Hölle" geöffnet. In der Hauptstadt Bagdad und im schiitischen Süden des Landes beteiligten sich Tausende Menschen an Protestmärschen gegen die Hinrichtung Nimrs. Sie forderten einen Boykott saudiarabischer Waren und den Abbruch der Beziehungen zu Riad.

In Bahrain feuerte die Polizei mit Tränengas und Vogelschrot auf Demonstranten, die gegen die Hinrichtung protestierten. Einige Dutzend verschleierte Frauen riefen Augenzeugen zufolge "Nieder mit dem Hause Saud". Dann sei eine Gruppe vermummter Jugendlicher aufgetaucht und habe die Polizisten mit Steinen und Brandsätzen beworfen. Bahrain gilt seit 2011 als instabil, als ein Schiiten-Aufstand Reformen und mehr Mitsprache in dem von Sunniten regierten Land forderte. Die Rebellion wurde damals mit Hilfe des saudiarabischen Militärs niedergeschlagen.

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