01.02.2016 23:11:53

Schäuble sieht Kanzlerin Merkel in Flüchtlingskrise unter Druck


Düsseldorf (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel wird Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zufolge in der Flüchtlingskrise zunehmend kritischer gesehen.

Es sei "unübersehbar", dass Merkel stärker unter Druck stehe als noch vor acht Monaten, sagte Schäuble am Montag auf eine entsprechende Frage bei einer Diskussionsveranstaltung in Düsseldorf. Viele andere europäische Regierungschefs beneideten Merkel aber noch um ihre Umfragewerte. In Deutschland gebe es jedoch "im Augenblick ein wachsendes Zweifeln in einem Teil der Bevölkerung, ob die staatlichen Institutionen dies bewältigen", sagte Schäuble mit Blick auf die Flüchtlingskrise weiter. Dies könne sich auch bei den anstehenden Landtagswahlen zeigen - dort könnten mehr Parteien eine Rolle spielen: "Ich erwarte eine stärkere Diversifizierung." Dies sei besorgniserregend, doch müsse man in der Politik auch "Gegenwind aushalten".

Der andauernde interne Streit über die Flüchtlingspolitik hatte die Union und Merkel zuletzt Umfragen zufolge weiter Rückhalt beim Wähler gekostet[ID:nL8N15B0XI]. Einfache Lösungen gebe es aber in der Flüchtlingskrise nicht, betonte Schäuble. Es werde dauern, bis der Zustrom von Menschen nach Europa reduziert werden könne. Dazu sei auch ein verstärktes Engagement in Nahost angezeigt. Der Finanzminister hatte sich bereits für einen europäischen Marshallplan zum Wiederaufbau der Krisenländer im Nahen Osten ausgesprochen.

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