UPS - LEIDER IST IHR BROWSER VERALTET!

Um zukunftsfähig zu sein, wurde unsere aktuelle Webseite für die neuesten Technologien entwickelt.
Daher können bei alten Browsern leider Probleme auftreten.
Damit die neue Börse-Online-Seite richtig funktioniert und Spaß macht, empfehlen wir Ihnen einen dieser aktuellen und kostenlosen Browser herunterzuladen:

Streit zwischen Siemens und Osram-Chef eskaliert

16.02.2016 17:07:00

- von Jens Hack

München (Reuters) - Siemens geht auf offenen Konfrontationskurs zum Chef seiner früheren Tochter Osram.

Der Großkonzern entzog dem seit rund einem Jahr amtierenden Olaf Berlien am Dienstag auf der Hauptversammlung in München das Vertrauen und stimmte gegen die Entlastung des umstrittenen Managers. Allerdings blieben die Münchner mit ihrem beispiellosen Vorstoß unter den Aktionären ziemlich alleine. Gut 70 Prozent stimmten letztlich für die Entlastung. Die Fronten zwischen Berlien und Siemens-Chef Joe Kaeser, der schon länger einer der schärfsten Kritiker des frühen ThyssenKrupp-Managers Berlien ist, sind damit klar - der Bruch offen vollzogen.

Bei dem seit Monaten tobenden Streit geht es um die Ausrichtung des traditionsreichen Leuchtmittelherstellers. Während Berlien sein Haus auf die Produktion von LED-Chips fokussieren und dafür Milliarden investieren will, sieht Siemens-Chef Kaeser das äußerst kritisch. "Der Strategieschwenk, sofern er denn erfolgt, würde das Risikoprofil von Osram deutlich erhöhen", sagte sein Vertreter Christian Bleiweiß. Viele Investoren fürchten die traditionellen Unbillen der Halbleiterindustrie. Die von Asiaten dominierte Chipbranche ist von starken Nachfrage- und Preisschwankungen geprägt. Viele europäische Firmen blieben bereits auf der Strecke.

Osram-Aufsichtsratschef Peter Bauer schlug sich auf die Seite seines Zöglings. Berliens Strategie "ist aus Sicht des Aufsichtsrats alternativlos für eine nachhaltige Zukunft des Unternehmens", erklärte er nach dem Aktionärstreffen. Einige Börsianer versprachen sich von der versuchten Revolte einen Kurswechsel. Die Osram-Aktie legte nach dem Antrag von Siemens, Berlien nicht zu entlasten, gut sechs Prozent zu. Der Gewinn schmolz jedoch wieder zusammen, als klar wurde, dass die Mehrheit diesen stützt.

SCHWER BELASTET

Das Verhältnis zwischen Kaeser und Berlien gilt als schwer belastet. Der Siemens-Chef hatte den 53-jährigen Manager mehr als einmal öffentlich kritisiert. Siemens hält nach eigenen Angaben noch 17,5 Prozent an Osram, die Mehrheit an der Tochter hat der Konzern 2013 an die eigenen Aktionäre verschenkt. Eine verweigerte Entlastung Berliens hätte rechtlich keine Folgen für diesen gehabt, wäre aber ein massiver Reputationsschaden. Vor Siemens-Vertreter Bleiweiß hatten im Münchner Kongresszentrum mehrere Fonds und Aktionärsvereinigungen erklärt, sie wollten Berlien und den Osram-Vorstand trotz des Kurssturzes der Aktie im Herbst und der umstrittenen neuen Strategie entlasten.

Viele Redner kritisierten zwar die Kommunikationspolitik von Berlien und nannten den eingeschlagenen Weg für kühn, wollten dem Osram-Chef aber dennoch folgen. "Wir drücken auf jeden Fall die Daumen und werden die Entwicklung von Quartal zu Quartal genauestens beobachten und den Vorstand sowie Aufsichtsrat daran messen", erklärte Fondsmanager Tim Albrecht von der Deutsche Asset Management. Daniel Bauer von der Aktionärsvereinigung SdK sagte, er sei zuversichtlich, dass der Plan aufgehen könne: "Ich bin optimistisch, dass sich Osram von Siemens abnabelt und sich entwickelt."

Rückendeckung erhielt Berlien von Aufsichtsratschef Bauer. Der frühere Infineon-Chef betonte, der Weg seit mit den Kontrolleuren abgestimmt. Die Arbeitnehmervertreter in dem Gremium sprachen sich sogar explizit für Berliens Strategie aus. "Ich sage das ganz bewusst als Gewerkschafter: Ich habe noch nie so eine Einigkeit über eine Entscheidung im Aufsichtsrat erlebt wie jetzt hier bei Osram", sagte Bauers Stellvertreter Michael Knuth. "Ich hoffe, dass sich die Vernunft durchsetzt."

Anmeldung notwendig

Benutzername oder E-Mail:
Passwort:
Anmelden
Um diese Funktionalität nutzen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Falls Sie noch kein Benutzerkonto bei boerse-online.de besitzen, können Sie sich hier kostenlos registrieren.

Eintrag hinzufügen

Nachrichten

  • Nachrichten zu Aktien
  • Alle Nachrichten
pagehit