Die Papiere rutschten um 1,82 Prozent auf 13,205 Euro ab und waren damit am Vormittag Schlusslicht im MDAX (MDAX). Der Index mittelgroßer Werte legte zur gleichen Zeit 0,70 Prozent zu. Seit Mitte des vergangenen Jahres haben die Titel von Tui mehr als 40 Prozent zugelegt, auch im bisherigen Jahr steht inmitten ansonsten anfälliger Märkte ein komfortables Plus zu Buche.

    Europas größter Reisekonzern war dank höherer Preise und der Sanierung des Frankreichgeschäfts mit weniger Verlust in das Geschäftsjahr gestartet. Der saisonal übliche Verlust verringerte sich in den drei Monaten bis Ende Dezember unter dem Strich um 22 Prozent auf 109 Millionen Euro, wie das Unternehmen vor seiner Hauptversammlung an diesem Mittwoch mitteilte. Höhere Verluste im Kreuzfahrtgeschäft und bei der Container-Reederei Hapag-Lloyd machte Tui dabei ebenso wett wie die Einbrüche bei den Reisen ins krisengeschüttelte Ägypten.

    Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black führte die Kursverluste auf Gewinnmitnahmen zurück. Die Aktie habe in den vergangenen 12 Monaten einen rasanten Anstieg hinter sich. Die bestätigte Prognose der Hannoveraner sei keine Überraschung gewesen und bereits voll im Kurs eingepreist. "Zusätzlich hatten einige Anleger vielleicht doch insgeheim etwas mehr erwartet, da die europäische Wirtschaft sich doch stärker und schneller als erwartet zu erholen scheint", sagte Huber. Davon sei bei der Tui aber noch nicht viel zu spüren gewesen.

    Analysten hatten sich mit zum Zahlenwerk der Tui recht zuversichtlich geäußert. Im Schnitt hatten sie mit mehr Verlust gerechnet. Jochen Rothenbacher von Equinet sprach von einem soliden Start ins Jahr mit einem geringfügigen Umsatzminus, was am schwächeren britischen Pfund liege. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sei weitgehend stabil geblieben und habe etwas über den Erwartungen abgeschnitten.

    Commerzbank-Experte Johannes Braun wertete die Zahlen gar durchweg besser als von ihm zuvor gedacht. Zur wichtigeren Sommersaison habe es noch keine Details gegeben. Der Analyst sah aber zunächst keinen Grund, von seiner Schätzung für ein 10-prozentiges jährliches Wachstum beim operativen Ergebnis (Ebita) für 2013/14 abzurücken.

dpa-AFX

Einschätzung der Redaktion:

Bei der TUI-Aktie sollten Anleger nach dem starken Anstieg der vergangenen Monate allmählich an Gewinnmitnahmen denken. Zwar waren die Quartalszahlen im Rahmen der Erwartungen, die überfällige Sanierung bei Kreuzfahrten oder Expeditionen kommt offenbar voran und auch die Vorbuchungen für die wichtige Sommersaison sind Ok. Aber der Konzern leidet weiterhin unter der komplexen Unternehmensstruktur. Das zentrale Reisegeschäft läuft über die britische TUI Travel. Doch den überfälligen Rückkauf können die Niedersachsen auf absehbare Zeit kaum stemmen. Dazu ist die Bewertung inzwischen im Vergleich zum Wettbewerb sehr ordentlich. Und die geplanten Einsparungen aus dem Einsparprogramm "one TUI" sind inzwischen weitgehend im Kurs enthalten. Anleger sollten daher ihre Gewinne laufen lassen, aber mit einem Stopp bei 11,70 Euro absichern. Vorsichtige können die Hälfte ihrer Papiere verkaufen und den Rest mit dem entsprechenden Stopp versehen. Ein Neueinstieg drängt sich derzeit aber nicht auf. Thomas Schmidtutz