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Tabak, Glücksspiel und Co: Schmuddelbranchen mit hohen Renditen

Tabak, Glücksspiel und Co: Schmuddelbranchen mit hohen Renditen
01.03.2016 07:04:00

Mit Aktien aus lasterhaften Bereichen lässt sich gut verdienen - vor allem in Krisenzeiten halten sich etwa Tabak- oder Rüstungshersteller relativ stabil. Wer sein Gewissen beruhigen und trotzdem nicht auf Rendite verzichten will, setzt auf Unternehmen, die innerhalb ihrer Branche Besserung geloben. Von Jürgen Büttner

Aus Anlegersicht steckt im Jahr 2016 bisher der Wurm drin. Trotzdem gibt es an den Finanzmärkten Dinge, die sich grundsätzlich in die richtige Richtung entwickeln. So steigt das Interesse an nachhaltigen und ethischen Investments. Das unter diesen Schlagwörtern verwaltete Vermögen beläuft sich inzwischen auf rund 60 Billionen Dollar.

Insgesamt gesehen ist das zwar noch immer relativ wenig, doch das Segment der sogenannten ESG-Investments dürfte auf Wachstumskurs bleiben. "E" steht für Environmental, also Umweltaspekte, "S" für Social, also soziale Belange, "G" für Governance - damit sind Grundsätze in der Unternehmensführung gemeint, die sich Konzerne selbst auferlegen, etwa Transparenz gegenüber Anteilseignern oder Antikorruptionsmaßnahmen.

Ethische und nachhaltige Investments sind auch beliebt, weil aufgeklärte Investoren mithilfe des eigenen Geldbeutels versuchen können, eine Welt mehr nach ihren Werten zu formen. Zudem lassen sich durchaus ansehnliche Renditen erzielen. Eine aktuelle Studie kommt sogar zu dem Ergebnis, dass Investoren Rendite verschenken, wenn sie ESG-Informationen nicht in ihre Anlageentscheidung einbeziehen. Trotzdem: Mit Investments in Aktien aus "sündigen" Branchen, die nicht den besten Leumund haben, ließ sich historisch betrachtet fast immer eine überdurchschnittlich hohe Performance erzielen. Die Antwort auf die Frage, was sündig und was nachhaltig ist, kann allerdings abhängig von gesellschaftlichen oder historischen Faktoren unterschiedlich ausfallen. Nicht zuletzt spielen persönliche Überzeugungen eine Rolle. Als ESG-kritisch gelten in der Regel Rüstung, Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Pornografie, Tierversuche, Korruption, systematische Lobbyarbeit, Kernenergie, Genmanipulation, Agrochemie oder ein hoher CO2-Ausstoß. Besonders gut haben sich Tabakaktien entwickelt. Laut einer Studie der Credit Suisse reichte es in den vergangenen zehn Jahren zu einem jährlichen Plus von im Schnitt 15 Prozent. Aktuell erweisen sich lasterhafte Aktien übrigens als Stabilitätsanker. Der in Deutschland nicht zum Vertrieb zugelassende Fonds USA Mutuals Barrier Investor, der das Kapital bewusst in "sündige" Branchen steckt, hat nur 1,4 Prozent verloren, was im bisher schwachen Börsenjahr 2016 eine gute Performance ist.



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Bildquelle: Paul Yeung / Reuters

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