Trump - Bin nicht für Gewalt auf Kundgebung verantwortlich

Trump - Bin nicht für Gewalt auf Kundgebung verantwortlich
13.03.2016 19:11:56

- von Doina Chiacu

Washington (Reuters) - Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat sich am Sonntag gegen Vorwürfe verwahrt, er habe mit seinen scharfzüngigen Worten den Boden für Gewalt auf seinen Wahlkampfkundgebungen bereitet.

"Ich trage nicht die Verantwortung, ich billige keine Gewalt in keiner Form", sagte Trump am Sonntag in der NBC-Sendung "Meet the Press." Am Freitag hatte er einen Wahlkampfauftritt in Chicago abgesagt, nachdem es zu chaotischen Szenen und Rangeleien zwischen seinen Anhängern und Gegnern gekommen war. Die Trump-Rivalen Ted Cruz und Marco Rubio nannten den Vorfall in Chicago "traurig". Kandidaten verdienten Respekt. Sie warfen ihm aber auch vor, die Stimmung stets aufzuheizen. Cruz, ein erzkonservativer Senator aus Texas, sagte, Trumps Kampagne fördere ein Umfeld, das zu einem solch "hässlichen Diskurs" führe. Der ebenfalls als republikanischer Bewerber antretende Gouverneur von Ohio, John Kasich, sagte, Trump habe eine "vergiftete Atmosphäre" geschaffen.

Trump entgegnete den Kritikern, die Spannungen auf seinen Kundgebungen rührten nur daher, dass die Menschen über die amerikanische Führung aufgebracht seien. Diese habe Jobs vernichtet durch internationale Handelsabkommen, sie sei nicht in der Lage gewesen, den Terrorismus des Islamischen Staates niederzuschlagen und sie behandele die US-Kriegsveteranen schlecht. "Darüber sind die Leute verärgert und nicht über das, was ich sage. Ich bin nur der Überbringer der Botschaft."

Zugleich machte Trump den demokratischen Bewerbers Bernie Sanders für die Proteste verantwortlich. Den Senator aus Vermont bezeichnete er als "unseren kommunistischen Freund", der professionelle Störer auf die Kundgebungen schicke. "Sei vorsichtig Bernie, sonst kommen meine Anhänger zu deinen Veranstaltungen", drohte Trump am Sonntag per Twitter.

Sanders beschuldigte Trump, er spalte die Gesellschaft. Mit seinen Worten stifte er zu Gewalt an. Das sei nicht gut für die Gesellschaft. Er hoffe, dass Trump sich etwas zurücknehme.

Der umstrittene Immobilien-Milliardär Trump hat auf Kritik und Störungen bei seinen Wahlkampfauftritten oft mit aggressiven Worten reagiert. Einmal sagte Trump zu Störern, er würde ihnen am liebsten eine reinhauen. Bekannt ist er auch für Beleidigungen von Frauen und Muslimen.

TRUMP FÜHRT BEI REPUBLIKANERN

Trump führt bei den Republikanern deutlich in den Vorwahlen und könnte am Dienstag seine Führung beim "Super Tuesday II" noch ausbauen. Dann geht es unter anderem um die Schlüsselstaaten Florida und Ohio.

Bei der Veranstaltung in Chicago im Bundesstaat Illinois, wo am Dienstag ebenfalls Vorwahlen anstehen, standen sich Tausende Menschen - Gegner und Unterstützer Trumps - in aufgeheizter Stimmung gegenüber. In einer Mitteilung seines Wahlkampfteams hieß es, Trump habe sich nach seiner Ankunft in der Stadt mit Sicherheitskräften besprochen und entschieden, den Auftritt aus Sicherheitsgründen abzusagen. Er soll nun an einem anderen Tag stattfinden. Nach der Absage skandierten zahlreichen Menschen Parolen wie "Wir sind Trump losgeworden" ("We dumped Trump!"), andere wiederum riefen "Wir wollen Trump!" ("We want Trump!").

Auf Fernsehbildern waren sich prügelnde Menschen zu sehen. Ein Mann drang bis zum Rednerpult vor und entzog sich mehrfach dem Zugriff von Sicherheitskräften, bevor er abgeführt wurde. Ein anderer versuchte, einer Person die amerikanische Flagge aus den Händen zu reißen. Nach der Absage des Auftritts war die Polizei damit beschäftigt, zahlreiche aufgebrachte Unterstützer beider Seiten auseinanderzuhalten. Zwei Polizisten wurden nach Angaben eines Sprechers verletzt.

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