Um vier Prozent seien die Buchungen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, sagte Tui-Vorstandschef Fritz Joussen. Die starke Nachfrage nach Griechenland, Spanien, den Kapverden, Zypern sowie Fernreisezielen gleiche niedrigere Buchungszahlen für die Türkei und Ägypten aus.

Dennoch ist der operative Verlust bereinigt um vier Prozent auf 214 Millionen Euro gefallen. Zurückzuführen ist das Minus auf den Ärger um Tuifly. Piloten und Flugbegleiter hatten mit Krankmeldungen den Flugbetrieb vergangenen Oktober lahmgelegt, um so gegen die Verschmelzung der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki unter der arabischen Fluglinie Etihad zu protestieren. Die Zusammenführung ist immer noch in der Schwebe. Negativ auf das Ergebnis wirkt sich ebenfalls der späte Ostertermin aus, heißt es von Seiten TUIs. Investoren flohen, an der Börse fiel der Kurs um knapp fünf Prozent.

Dabei sind die Vorzeichen gar nicht so schlecht. Denn die zweite Faustformel der Tourismusbranche lautet: Geld wird erst im Sommer verdient. Und auf den ist TUI nicht nur wegen dem Ausbau der Hotelangebote in sicheren Reiseländern gut vorbereitet. Der Touristikkonzern mit Sitz in Berlin und Hannover hat einige Schiffe seiner Kreuzfahrtflotte zu Winterdienst verdonnert. Das neueste Schiff "Mein Schiff 6" ist gestern in Hamburg präsentiert worden.

Der Schwenk von Flügen und Veranstaltungen hin zum margenstärkeren Geschäft mit Hotelbetten und Kreuzfahrten zahlt sich bereits aus: Die Schiffsreisen brachten TUI 75 Millionen Euro operativen Gewinn ein, eine Steigerung um mehr als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr. Mit der Hotellerie nahm TUI 123 Millionen Euro ein - ein Plus von knapp 30 Prozent.

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Einschätzung der Redaktion



Sobald es Sicherheit über den Deal zwischen der Flugsparte TUIfly und der österreichischen Gesellschaft Niki gibt, steht auch TUI wieder auf einem soliden Fundament. Finanziell ist die Gruppe mit Börsenlisting in Großbritannien ebenfalls stark aufgestellt und wächst in zukunftsträchtigen Sparten. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von mehr als 13 ist die Aktie zwar kein Schnäppchen mehr, doch dafür zahlt TUI eine Dividendenrendite von knapp fünf Prozent aus. Für 2016 sind das 63 Cent nach 56 Cent für 2015.

Empfehlung: Kaufen.
Zielkurs: 16,80 Euro
Stoppkurs: 11,40 Euro