08.03.2016 16:42:01

UN verschieben Beginn der Syrien-Verhandlungen auf Montag


Genf/Beirut (Reuters) - Die nächste Runde der Friedensverhandlungen für Syrien soll im vollen Umfang erst am Montag starten und damit fünf Tage später als bisher geplant.

Erste Gespräche sollten wie vorgesehen bereits am Mittwoch dieser Woche aufgenommen werden, sagte eine Sprecherin des UN-Sondergesandten Staffan de Mistura am Dienstag. Einige Teilnehmer würden aber erst am Wochenende oder Montag in Genf eintreffen. Die UN hätten dieselben Teilnehmer eingeladen wie bei der ersten Runde. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief bei einem Besuch in Berlin alle Seiten auf, mit "gutem Willen" in die Verhandlungen zu gehen. Seit gut einer Woche gilt in Syrien eine brüchige Waffenruhe. Die Kämpfe gegen einige radikale Gruppen wie den Islamischen Staat (IS) gehen dabei unvermindert weiter.

Die erste Runde der Gespräche für das Bürgerkriegsland war Anfang Februar wegen des russischen Bombardements der Stadt Aleppo abgebrochen worden. "Das Volk Syriens braucht sein Land zurück", erklärte Ban nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bisher lässt die syrische Opposition offen, ob sie teilnehmen wird. Eine Entscheidung darüber will sie bis Ende der Woche treffen. Die kurdische Partei PYD erklärte, sie habe erneut keine Einladung erhalten. Der bewaffnete Arm der Partei, die Miliz YPG, ist zwar ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen den IS. Die Türkei sieht die PYD allerdings als Terrorgruppe, weswegen die Kurden von der ersten Runde ausgeschlossen wurden.

Die syrische Armee eroberte nach Angaben von Beobachtern ein Dorf südlich von Aleppo von den Islamistengruppen Nusra-Front und Dschund al-Aksa zurück. Die Milizen hatten den Ort al-Ais am Montag eingenommen. Es war ihr erster Geländegewinn in diesem Jahr, wie die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte. Die Nusra-Front ist wie die IS von der Waffenruhe ausgenommen.

In der Türkei starben nach offiziellen Angaben zwei Menschen - darunter ein Kind - beim Einschlag von mehreren Raketen aus Syrien. Die Grenzstadt Kilis sei mehrfach angegriffen worden, sagte der Bürgermeister Hasan Kara der Nachrichtenagentur Reuters. Es handle sich um ein gezieltes Bombardement. "Wir gehen davon aus, dass die Raketen aus einem Gebiet stammen, das der IS kontrolliert." Aus Sicherheitskreisen verlautete, das türkische Militär habe das Feuer erwidert.

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