US-Jobdaten überzeugen nicht - Euro fährt Achterbahn

US-Jobdaten überzeugen nicht - Euro fährt Achterbahn
04.03.2016 18:11:58

Frankfurt (Reuters) - Stillstand im Dax: Vor der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts haben sich die Anleger am Freitag kaum aus der Deckung gewagt.

Der deutsche Leitindex wie auch der EuroStoxx50 pendelten um ihren Schlusskurs von 9751 und 3012 Zählern. Die aktuellen Signale von der US-Konjunkturfront seien nicht eindeutig, urteilte Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets. "Die Anleger warten deshalb die neuen Impulse durch die Arbeitsmarktdaten am Nachmittag ab." Auch der Euro kam nur schwer vom Fleck und notierte bei 1,0963 Dollar.

"Sollten mehr als 200.000 neue Stellen geschaffen worden sein und die Stundenlöhne erneut kräftig zugelegt haben, bekommt die US-Leitzinsdebatte sicher neue Schärfe", prognostizierten die Analysten der Essener National-Bank. Von Reuters befragte Analysten sagen den Aufbau von 190.000 neuen Stellen im Februar voraus, nach einem Plus von 151.000 im Vormonat. Anleger rätseln derzeit, ob die US-Notenbank ihre Geldpolitik schon bald weiter straffen wird. Die Fed hatte im Dezember erstmals seit rund zehn Jahren die Zinsen erhöht, auf ein Niveau von 0,25 bis 0,5 Prozent. Unter dem Eindruck der Konjunkturabkühlung in China und drastisch fallender Ölpreisnotierungen hielten die Währungshüter im Januar dann allerdings die Füße still. Mitte dieses Monats treffen sich die Notenbanker erneut, um über die Leitzinsen zu entscheiden. Zuletzt zeichnete die Fed ein gemischtes Bild von der Konjunkturentwicklung.

HÖHERE PREISE FÜR INDUSTRIEMETALLE TREIBEN STAHLWERTE

Unter den Einzelaktien waren europaweit vor allem die Minen- und Stahlwerte gefragt. Steigende Preise für Industriemetalle machen Rohstoff-Aktien wieder attraktiv. Die Titel von Bergbaufirmen wie BHP Billiton, Glencore, Antofagasta, Anglo American oder Rio Tinto stiegen um bis zu fünf Prozent. Die Stahlkocher ArcelorMittal, Thyssenkrupp und Salzgitter gewannen zeitweise rund zwei Prozent.

Die Preise für Kupfer in London und in Shanghai kletterten jeweils auf ein Vier-Monats-Hoch von 4933 Dollar und 38.010 Yuan (5825,30 Dollar) je Tonne. Stahl verteuerte sich ebenfalls. Anleger setzten darauf, dass die chinesische Regierung nach einer Serie enttäuschender Konjunkturdaten die schwächelnde Wirtschaft ankurbelt. China zählt zu den Top-Rohstoff-Konsumenten.

PROSIEBEN STEIGT IN DEN DAX AUF, K+S MUSS WEICHEN

Am deutschen Aktienmarkt sorgten vor allem die Ende März anstehenden Index-Umstellungen für Gesprächsstoff. Mit ProSiebenSat.1 steigt erstmals ein Medienunternehmen in den deutschen Leitindex auf. Der TV-Konzern übernimmt den Platz von K+S. Der Düngemittelhersteller war seit 2008 im deutschen Leitindex. "Der Einzug von ProSieben verringert die Konjunkturabhängigkeit des Dax etwas", sagte Postbank-Aktienstratege Heinz-Gerd Sonnenschein. "Denn Fernsehen wird immer geschaut." Die ProSieben-Aktien konnten von dem bevorstehenden Aufstieg am Freitag nicht profitieren, sie verloren 1,1 Prozent. K+S rückten um 0,3 Prozent vor. Die Entscheidung sei bereits erwartet worden, daher fielen die Kursreaktionen eher mau aus, sagte ein Börsianer.

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