US-Notenbank und Ölpreise geben Börsen den Takt vor

US-Notenbank und Ölpreise geben Börsen den Takt vor
23.01.2016 17:42:07

- von Till Weber

Frankfurt (Reuters) - Die neue Handelswoche dürfte der vorangegangenen an Spannung und Hektik in nichts nachstehen.

Der Fokus der Anleger wird sich Händlern zufolge auf die Geldpolitik der US-Notenbank Fed und erneut auf die heftigen Kursschwankungen am Ölmarkt richten. "Auch die Entwicklung in China und die anziehende US-Berichtssaison sollten die Börsen bewegen", sagt Andreas Lipkow, Marktstratege beim Berliner Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. So stehen unter anderem Zahlen von Apple, Boeing und Johnson & Johnson an. Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Europa trieben den Dax in der alten Woche an, er legte 2,3 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht allerdings immer noch ein Minus von mehr als neun Prozent zu Buche.

Erneut dürften die Anleger nach Washington blicken, wo die US-Notenbanker am Dienstag und Mittwoch zusammenkommen. "Nachdem die Europäische Zentralbank die Tür für weitere Maßnahmen im März aufgestoßen hat, richtet sich der Fokus des Marktes nun auf die Fed", sagt Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. "Wie besorgt sind die US-Währungshüter angesichts der aktuellen Turbulenzen an den Märkten, angesichts der fallende Ölpreise, der Kapitalflucht in China oder der allgemeinen Schwäche der Schwellenländer?"

In den USA erzielte der Dow-Jones-Index der Standardwerte auf Wochensicht ein Plus 0,7, der breiter gefasste S&P-500 eines von 1,4 und die Technologiebörse Nasdaq von 2,3 Prozent.

Der Ölpreisverfall, den viele Anleger als Zeichen für eine angeschlagene Weltwirtschaft sehen, wird sich nach Ansicht der Commerzbank-Experten fortsetzen. Sollten sich Medienberichte über eine Rekordförderung im Irak bestätigen, dürfte dies den Preis zusätzlich belasten. Die Aussicht auf ein weiter anschwellendes Überangebot hat den Rohstoff in den vergangenen beiden Wochen um rund 17 Prozent gedrückt.

DEUTSCHE-BANK-CHEF CRYAN MUSS SICH KRITISCHEN FRAGEN STELLEN

Bei den Unternehmen steht wieder einmal die Deutsche Bank im Mittelpunkt. Am Donnerstag präsentiert der neue Chef John Cryan Details der tiefroten Jahresbilanz. Fragen gibt es noch genug: Wo brechen die Erträge im Konzern am stärksten ein? Steuert die Bank mit Kostensenkungen dagegen? Wird 2016 ein weiteres Verlustjahr, weil ein Ende der Belastungen etwa durch Rechtsstreitigkeiten nicht absehbar ist? Ist ein Börsengang der Postbank in diesem Jahr noch realistisch? Und wann beginnen nun die konkreten Gespräche zum Jobabbau in Deutschland?

Derweil kann Siemens-Chef Joe Kaeser auf der anstehenden Hauptversammlung am Dienstag bei vielen Aktionären mit Milde rechnen. Nach den zahlreichen Turbulenzen der vergangenen Jahre, nach Korruptionsaffären, Vorstandsrochaden und massenhaftem Stellenabbau sehnen sich viele Anteilseigner nach Ruhe.

Bei den Konjunkturdaten aus Deutschland sticht am Montag der Ifo-Index hervor, der die Investitionslaune der Unternehmen widerspiegelt. Am Freitag stehen die Verbraucherpreise für die Euro-Zone an.

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