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Ubisoft-Aktie: Videospiele-Anbieter will Übernahmeattacke von Vivendi abwehren

Ubisoft-Aktie: Videospiele-Anbieter will Übernahmeattacke von Vivendi abwehren
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27.11.2015 14:00:00

Der französische Videospiele-Hersteller Ubisoft sieht sich kurz vor dem Weihnachtsgeschäft mit einem möglichen Übernahme-Angriff konfrontiert. Der französische Medienkonzern Vivendi hat bis Mitte Oktober 6,6 Prozent an Ubisoft erworben und den Anteil seither auf knapp elf Prozent erhöht. BÖRSE ONLINE sprach mit Europachef Alain Corre über die Attacke des milliarden-schweren Medienkonzerns, die Aussichten fürs Jahresendgeschäft und das Terror-Trauma von Paris. Von Thomas Schmidtutz



Alain, Frankreich erlebt in diesen Tagen einen Alptraum. Wie haben Sie die Terror-Anschläge am Freitag erlebt?



Ich saß zuhause im Wohnzimmer und habe das Fußballspiel Frankreich - Deutschland gesehen, als wir mitbekamen, dass etwas Unvorstellbares passiert ist. Es war ein Schock. Wir haben dann sehr schnell alle Ubisoft-Manager gebeten, ihre Mitarbeiter direkt zu kontaktieren, um sie zu fragen, ob alle wohl auf sind. Gott sei Dank ist ihnen nichts passiert. Wir sind in Gedanken bei den Opfern dieser furchtbaren Ereignisse und sprechen den Angehörigen unser aufrichtiges Beileid aus. Wir möchten uns auch für die große Solidarität und Empathie bedanken, die ihnen und uns weltweit entgegen gebracht wird. Das ist eine große Unterstützung.


In Deutschland wurde die geplante Ausstrahlung einer Doppelfolge der Krimi-Reihe Tatort mit dem deutschen Schauspieler Till Schweiger bereits verschoben. Hintergrund war eine Terrorattacke im Drehbuch. Ubisoft steht vor dem weltweiten Start mehrerer neuer Spiele. Müssen Sie ihre Planungen entsprechend anpassen und Starttermine eventuell verschieben?

Es stimmt: Wir haben mehrere wichtige Spiele, die in den nächsten Wochen und Monaten auf den Markt kommen sollen. Am 1. Dezember startet der Taktik-Shooters Rainbow Six, in dem es um eine Anti-Terroreinheit geht. Aber die Handlung ist reine Fiktion. Es gibt schon wegen des Zeitpunkts der Terroranschläge keine Bezüge zu den schrecklichen Attacken von Paris, auch geographisch nicht. Die Reihe ist seit 1998 auf dem Markt. Die Fans warten auf den Titel. Von daher bleibt es beim geplanten Starttermin.

Und bei den anderen geplanten Titeln?

Auch dort wird es keine Änderungen an den geplanten Startterminen geben.

Die Ubisoft-Aktie hat im laufenden Jahr über 60 Prozent zugelegt. Für Fantasie hat zuletzt vor allem der Einstieg von Vivendi gesorgt. Der Konzern hält inzwischen rund 10 Prozent der Aktien an Ubisoft. Wie beunruhigt sind Sie?

Wir betrachten diesen Einstieg von Vivendi als unerwünschten Angriff. Wir sind erfolgreich und schaffen Werte für unsere Aktionäre. Unsere Unabhängigkeit ist das Beste für Spieler, das Unternehmen und die Aktionäre. Das soll auch so bleiben.

Einem unbestätigten Zeitungsbericht zufolge sollen Sie die französische Investment-Boutique Lazard als Berater angeheuert haben, um sich gegen Vivendi zu verteidigen. Stimmt das?

Wir schauen uns alle Optionen und Möglichkeiten an, um unabhängig zu bleiben.

Dazu könnten auch neue, befreundete Investoren gehören, also so genannte weiße Ritter?

Noch mal: Wir prüfen alle Möglichkeiten. Dazu gehört auch die Frage, ob und in wieweit uns neue Investoren dabei helfen können, unsere Unabhängigkeit zu verteidigen.



Auf Seite 2: Wie der Start ins wichtige Weihnachtsgeschäft gelaufen ist



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Bildquelle: Florent Schmidt/Ubisoft

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