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Übernahmen und Megadeals: Neun heiße Aktien fürs Depot

Übernahmen und Megadeals: Neun heiße Aktien fürs Depot

WKN: A0JNE2 ISIN: GB00B10RZP78 Unilever plc

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18.12.2017 - 06:59
29.03.2017 05:20:00

Niedrige Zinsen und die Taschen voller Geld: Die Bedingungen für Fusionen und Übernahmen könnten nicht besser sein. Unternehmen und Finanzinvestoren greifen fleißig zu und sorgen für Rekorde beim Volumen dieser Geschäfte. Wir stellen neun potenzielle Übernahmekandidaten vor. Von Wolfgang Hagl und Christian Ingerl

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel erschien am 17.03.2017 in Heftausgabe 11/2017

Häufig wurde den Konzernen in der Vergangenheit angekreidet, sie würden auf riesigen Bergen von Bargeld sitzen und die Wirtschaft damit ersticken. Diesen Vorwurf müssen sie sich nun aber nicht mehr gefallen lassen. Das Geld fließt in Strömen in Übernahmen - und das rund um den Globus.



Die Aufkäufe machen auch vor Großkonzernen nicht Halt. Im Gegenteil: Nach Berechnungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) haben die Megadeals bei weltweiten Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acqusitions, M & A) im vergangenen Jahr sogar neue Bestmarken erreicht. Der ZEW-ZEPHYR M & A-Volumen-pro-Deal-Index übertraf den bisherigen Rekordwert von 106 Punkten aus dem März 2015 ganze viermal im Jahr 2016. Besonders aktiv in dem Markt sind auch Finanzinvestoren. Jüngstes Beispiel ist der Einstieg von KKR bei GfK. Weitere Deals dürften folgen. Schließlich sitzt die Private-Equity-Branche nach Berechnungen der Unternehmensberatung Bain derzeit auf einer halben Billion Dollar, die investiert werden will.


Traumrenditen



Das Jahr 2017 startete stürmisch: Mitte Januar kündigte der US-amerikanische Konzern Johnson & Johnson an, sich die Schweizer Biotechschmiede Actelion für 30 Milliarden Dollar einzuverleiben - die größte Übernahme seit 13 Jahren in der europäischen Pharmabranche. Der Preis entsprach einer Prämie von satten 23 Prozent im Vergleich zum letzten Börsenkurs. Dass noch höhere Aufschläge möglich sind, zeigte die Fusion von Shire und Baxalta 2016. Für 32 Milliarden Dollar, was letztlich einer Zugabe von 36 Prozent entsprach, übernahm der britisch-irische Konzern den Hersteller von Arzneien für seltene Krankheiten.

Ein aussichtsreicher Bereich, in dem auch Vertex Pharmaceuticals aktiv ist (siehe Seite 12). Geht es nach den Experten der Unternehmensberatung EY, wird die Konsolidierung in dem Sektor anhalten. "Die Neuordnung der Pharmabranche ist weiter in vollem Gang - die Konzerne sind bestrebt, ihr Portfolio zu bereinigen, sich fokussierter aufzustellen und ihre Attraktivität für Investoren zu erhöhen", sagt Gerd Stürz, Leiter des Bereichs Life Sciences bei EY. Das müssen sie auch, denn das Umfeld für die Gesundheitskonzerne wird rauer. Die Erlösaussichten haben sich aufgrund des Preisdrucks bei älteren Produkten ebenso eingetrübt wie die Wachstumsperspektiven bei neuen Arzneien, die unter dem Sparzwang in den Gesundheitssystemen leiden. "Eine Möglichkeit, in einem nur leicht wachsenden Markt ambitionierte Wachstumsziele zu erreichen und neue Wirkstoffe ins Portfolio aufzunehmen, sind Zukäufe", erklärt Experte Stürz.

Megadeals in Serie



Aber auch in anderen Industriezweigen grassiert das Übernahmefieber. Im Medienbereich schluckte der US-Telekomriese AT & T kürzlich den Medienkonzern Time Warner für 85,4 Milliarden Dollar und sorgte damit für die größte Transaktion im vergangenen Jahr. Da konnte der 66 Milliarden Dollar teure Kauf des US-Saatgutherstellers Monsanto durch Bayer nicht mithalten.

Insgesamt das höchste Volumen wurde 2016 allerdings im Technologiesektor erzielt. Der Datenspezialist Dealogic zählte Transaktionen im Wert von satten 691,6 Milliarden Dollar - der zweite Rekord in Folge. Besonders in der Halbleiterbranche geht es heiß her.

Der US-Chiphersteller Qualcomm wagt derzeit mit der Übernahme des niederländischen Rivalen NXP den bisher größten Zukauf des Sektors. Die Fusion soll bis Ende 2017 über die Bühne gehen und wird wegen der verstärkten Konzentration auf die Autoindustrie für Infineon starke Konkurrenz bedeuten. Die Deutschen gelten zwar selbst auch als Übernahmeziel, treten aber ebenso als Konsolidierer auf. Zuletzt hatten sie ein Auge auf den Chipspezialisten Wolfspeed geworfen, scheiterten aber am Widerstand der US-Behörden. Möglicherweise haben die Münchner aber ein neues Ziel ausgemacht (siehe Seite 9).

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