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Unterbewertete Aktien: Wo Anleger jetzt zuschlagen sollten

Unterbewertete Aktien: Wo Anleger jetzt zuschlagen sollten

WKN: 519000 ISIN: DE0005190003 BMW AG

86,05 EUR
0,23 EUR 0,27 %
14.12.2017 - 17:53
13.12.2017 06:30:00

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Ertragsperlen finden



Um Positionen aufzubauen, ist für Hendrik Leber die Stetigkeit des Wachstums entscheidend. Kritisch sieht er den US-Markt: "Beim genauen Blick in die Bilanzen der US-Firmen zeigt sich, dass wir hier meistens keine echten Gewinnsteigerungen sehen. Manager werden häufig nach freiem Cashflow und Gewinn pro Aktie bezahlt. Übernahmen werden per Kreditaufnahme finanziert und die Finanzkraft im Gegenzug durch Aktienrückkaufprogramme wieder gestärkt. Die Bewertung steht am oberen Ende. Zu den großen Ausnahmen zählen IT-Größen wie Microsoft, Facebook oder Alphabet, die in Zukunftstechnologien unterwegs sind."

Hans-Peter Schupp von der Fondsboutique Fidecum sieht nach dem jüngsten Aufgalopp an den Börsen vor allem das Nebenwertesegment kritisch: "Im Mid-Cap-Bereich bei Firmen mit einem Börsenwert zwischen einer und fünf Milliarden Euro gibt es kaum noch günstig bewertete Aktien. Anders sieht es bei den Bluechips und den Small Caps mit einer Marktkapitalisierung um die 500 Millionen Euro aus. Auf Länderebene werden wir vor allem in Frankreich und Italien fündig." Das schleppende Wachstum im Verbund mit der drohenden politischen Instabilität habe bislang zahlreiche Anleger davon abgehalten, diese an sich günstig bewerteten Märkte genauer nach Ertragsperlen zu durchforsten. Für den "kohärent antizyklisch" investierenden Schupp ein klares Signal, um diese Märkte nach Kaufkandidaten abzuklopfen.

Value-Aktien sollten zu keiner Marktphase in den Anlegerdepots fehlen. Denn mittel- bis langfristig werden diese günstig bewerteten Unternehmen sicherlich von vielen anderen Investoren entdeckt.

Strategie: Mehrwert mit Value



"Value-Investoren laufen keinen Markttrends hinterher, sondern orientieren sich an einem festen Wertesystem." Mit diesen Worten beschreibt der deutsche Value-Altmeister Hendrik Leber seine Anlagestrategie. Die Kunst der Aktienauswahl nach dem Value-Ansatz besteht darin, über eine Vielzahl von Kennziffern herauszufinden, welche Unternehmen in Bezug auf ihren Kaufpreis unterbewertet sind. Dazu gehören Kennziffern zur Bilanz, Liquidität und Rentabilität, aber auch Zahlen, die Rückschlüsse auf die Geschäftsentwicklung und Marktposition liefern.

Substanz. Der Blick in die Bilanz zeigt, ob eine Firma ihr Wachstum aus eigener Kraft stemmen kann. Aufschluss darüber geben eine im Branchenvergleich hohe Eigenkapitalquote, eine niedrige oder zumindest tendenziell rückläufige Verschuldung sowie steigende Kapitalrückflüsse (Cashflows). Als weiterer Hinweis auf eine gute Finanzkraft gilt, wenn eine Gesellschaft in der Lage ist, ihre Dividende aus dem Cashflow zu bezahlen und kontinuierlich anzuheben. Je größer der Spielraum für höhere Dividendenausschüttungen ist, desto besser stehen Unternehmen und Aktionäre da.

Innovation. Ein Geschäftsmodell liefert nachhaltige Wertschöpfung für Anleger, wenn Produkte und Technologien langfristiges Wachstum garantieren. Das gilt gleichermaßen für Weltkonzerne wie für mittelständische Unternehmen. Entscheidend ist eine Top-Position in den jeweiligen Absatzmärkten oder die führende Stellung in Zukunftstechnologien wie beispielsweise der Elektromobilität, dem Internet der Dinge oder der Künstlichen Intelligenz.

Bewertung. Sind alle Daten analysiert, folgt die Bewertung der Firmen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) im Vergleich zu Wettbewerbern sind hier die gängigsten Parameter. In Marktphasen mit steigenden Kursen und Bewertungen kommt es noch stärker auf die Relation aus erwartetem Gewinnwachstum der nächsten Jahre und dem KGV an. Erhöht sich der Wert gegenüber dem Vorjahr, bleibt eine Aktie trotz steigender Bewertung kaufenswert.

Auf Seite 4: Fondsquartett mit Renditekick



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