Vonovia hält die Ankündigung der Deutschen Wohnen, die Inhaber ihrer Wandelanleihen möglicherweise in bar statt in Aktien abzufinden, für nicht haltbar. Die Anteile der Anleihegläubiger, die für den Mega-Deal seien, würden bei der Annahmequote daher voll einbezogen, teilte der Bochumer Konzern am Dienstag mit. Das könnte nach dem Ende der Annahmefrist am 9. Februar für einen Rechtsstreit sorgen.

"Auf Basis der Anleihebedingungen bei der Wandelschuldverschreibungen kann die Barzahlungsoption in der vorliegenden Situation nicht wirksam ausgeübt werden, da sich der Rückzahlungsbetrag nicht ermitteln lässt", erklärte Vonovia. Die Deutsche Wohnen widersprach: "Selbstverständlich kann die Deutsche Wohnen ihre Wandelschuldverschreibungen in bar setteln. Wir werden den Rückzahlungsbetrag sauber ermitteln und - falls wir von dem Wahlrecht Gebrauch machen - den Gläubigern den zu leistenden Betrag zahlen."

Die Deutsche Wohnen hatte vergangene Woche erklärt, sich die Barzahlung offenzuhalten. Damit will der Berliner Konzern, der die Offerte von Vonovia vehement ablehnt, verhindern, dass der ungebetene Bieter die Übernahme mit Hilfe der Wandelanleihen bewerkstelligen kann. Vonovia hatte die Mindestannahmeschwelle kürzlich auf 44 von 50 Prozent abgesenkt - mit dem Argument, dass ausreichend Inhaber von Wandelanleihen mit im Boot seien und man so über die 50-Prozent-Schwelle kommen werde.

Bislang läuft der Prozess schleppend. Zuletzt hatten rund 27,7 Prozent der Aktionäre ihre Papiere angedient, wie Vonovia am Dienstag mitteilte. Davon entfallen fast fünf Prozent auf eigene Aktienkäufe am Markt - was Deutsche Wohnen ebenfalls ein Dorn im Auge ist. Insider auf beiden Seiten des Übernahmepokers schließen nicht aus, dass die finale Entscheidung darüber, ob der 14-Milliarden-Euro-Deal zustande kommt, vor Gericht fällt.

Reuters