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Wintersport-Aktien: Schnee von morgen

Wintersport-Aktien: Schnee von morgen

WKN: 905285 ISIN: US91879Q1094 Vail Resorts IncShs

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19.01.2018 - 18:50
13.01.2018 10:00:00

Ein Geschäft von gestern? Von wegen. In den Bergen lässt sich gutes Geld verdienen, speziell für Aktionäre. Ein Überblick über eine tot geglaubte Branche. Von Andreas Pilmes



Schneemangel, Gletscherschmelze, Klimawandel - der Winter ist zweifellos nicht mehr das, was er einmal war. Aber, und auch das steht außer Zweifel, es gibt ihn noch. Und es lässt sich immer noch gutes Geld mit ihm verdienen. Vorausgesetzt, man betreibt keinen Skilift im Mittelgebirge. Der Blick an die Börse ist da zweifellos lohnender. Auch wenn das zunächst überraschend sein sollte: Winteraktien sind keineswegs Schnee von gestern, sondern sie versprechen auch morgen noch gute Rendite.



Das Angebot ist allerdings nicht mehr so umfassend wie noch vor einigen Jahren. Vom Aktienmarkt verschwunden sind mittlerweile große Sportmarken wie Head oder Rossignol. Sie sind in Konglomeraten aufgegangen. Die Franzosen etwa fusionierten mit dem australischen Bekleidungs- und Snowboardhersteller Quiksilver, der dann prompt in die Insolvenz schlitterte. Die heutigen Besitzer sind institutionelle Investoren.


Das zeigt, dass die Schneebranche natürlich in Schwierigkeiten steckt. Donald Trump zum Trotz ist der Klimawandel eben keine Erfindung der Chinesen (und falls doch, eine durchschlagende). Wintersport ist allerdings auch eine ausgesprochen teure Angelegenheit. Die exorbitanten Kosten werden von Verbrauchern in Umfragen regelmäßig als größtes Hindernis eines Skiurlaubs genannt. Dennoch stellen sich 18 Prozent der Deutschen gern auf die Bretter - in der Alpenrepublik Österreich ist es mehr als die Hälfte.

Der Olympia-Effekt



Doch nur die wenigsten Unternehmen, deren Geschäft allein auf der kalten Jahreszeit basiert, kommen damit heute noch auf einen grünen Zweig. Diversifikation ist das Gebot der Stunde. An der Börse führen viele Branchenvertreter zudem eher ein Schattendasein. Allerdings ändert sich das regelmäßig vor sportlichen Großereignissen. Zum Beispiel den kommenden Olympischen Winterspielen vom 9. bis 25. Februar im südkoreanischen Pyeong-chang. So wie jetzt sehen dann viele Investoren auch mal wieder genauer hin.

Etwa auf Amer Sports. Zum Konzern mit Sitz in Helsinki gehören neben der Tennismarke Wilson diverse Kleidungs-, Rad- und Fitnessfirmen, aber auch die traditionsreichen Skihersteller Atomic und Salomon. Das Unternehmen gilt als eine der Erfolgsstorys Finnlands. Nach einer kleinen Wachstumsdelle ist es im zweiten Halbjahr 2017 wieder in die Wachstumsspur zurückgekehrt, "auf breiter Basis", wie Konzernchef Heikki Takala betont. Der Umsatz legte bis Ende September 2017 um zwei Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zu. Das Gros der Analysten sieht die Aktie positiv. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 25,50 Euro. Zu bieten hat Amer zudem eine attraktive Dividendenrendite von 3,3 Prozent. Zu den Großinvestoren der Finnen zählt übrigens die Allianz.

Mit richtig großen Namen im Hintergrund kann der US-Bekleidungskonzern Columbia Sportswear ebenfalls aufwarten. Und die brachten in den vergangenen Monaten Bewegung in die Aktie. Nach den Fondsanbietern BlackRock und Vanguard stockte vor allem JP Morgan Chase zuletzt die Beteiligung auf. Die Bank investierte im dritten Quartal gut 100 Millionen Dollar und besitzt jetzt 2,56 Prozent an Columbia. Offenbar wittern die Investoren hier gute Geschäfte. In der Tat steigen Umsatz und Gewinn des in Portland angesiedelten Konzerns konstant. Im dritten Quartal übertraf die Firma, die auf einen jüdischen Textilfabrikanten aus Augsburg zurückgeht, der vor den Nazis geflohen war, die Erwartungen der Analysten mit einem Gewinn pro Aktie von 1,25 Dollar um zehn Cent. Es folgten mehrere Heraufstufungen und erhöhte Kursziele. Speziell für diesen Winter erwarten die Experten gute Zahlen.

Columbia-CEO Tim Boyle treibt die Diversifikation der Produktlinien voran. So hat er eine Kooperation mit Walt Disney vereinbart, die Columbia nun an der Vermarktung von Fanartikeln rund um die "Star Wars"-Filme beteiligt.

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Firma Holdings Corp 0,10 0,00% Firma Holdings Corp
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Vail Resorts IncShs 183,00 0,00% Vail Resorts IncShs
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