Ausgangssituation und Signal



Die Wirecard-Aktie steht in dieser Woche unter Druck. Am Dienstag ging es zeitweilig um fast 12 Prozent nach unten. Auch wenn sich die Titel im Tagesverlauf wieder über ihre 21-Tagelinie (grüne Kurve) retten konnten, so präsentieren sich die Anteilsscheine des Zahlungsabwicklers angeschlagen. Zum Hintergrund: Die Staatsanwaltschaft weitet ihre Ermittlungen wegen des Verdachts der Marktmanipulation aus. Am Mittwoch gehen die Wirecard-Titel erneut schwächer in den Markt; die Papiere verlieren in der ersten Handelsstunde knapp ein Prozent. Jetzt gilt es, die 100er-Marke im Auge zu halten. Ein Durchbruch nach unten in den zweistelligen Kursbereich hinein könnte den Verkaufsdruck noch verstärken.

, Das übergeordnete Bild wird durch den Wochenchart dargestellt. Dabei visualisiert die 200-Tagelinie (blaue Kurve) den vorherrschenden Trend der Aktie. Und dieser zeigt nach oben. Andererseits jedoch haben sich die Notierungen bereits weit von ihren durchschnittlichen Preisen der vergangenen 200 Handelstage entfernt: Der prozentuale Abstand zwischen 200-Tagelinie und Kurs beträgt derzeit rund 36 Prozent (siehe Grafik unterhalb des Wochencharts). Rückblickend betrachtet ist dies eine kritische Größe, die auf eine überkaufte Marktsituation schließen lässt. Dies könnte den Abgabedruck noch zusätzlich verstärken.



Auf Seite 2: Die Charts im Detail



Die Charts im Detail



Die Aktien von Wirecard sind noch nicht verloren - aber die Gefahr einer nachhaltigen Korrektur hat sich deutlich erhöht. Diese wird verstärkt, sollte die 100er-Marke fallen. Langfristig betrachtet bewegen sich die Kurse seit 2009 in einem intakten Aufwärtstrendkanal nach oben, wobei die Begrenzungslinien als Widerstand/Unterstützung zu betrachten sind. Aber: Mit Höchstkursen von 111 Euro hat die Aktie in der Vorwoche die obere Begrenzung ihres Trendkanals berührt (gelb markiert im Monatschart). Dies verstärkt die Gefahr von zeitnahen Gewinnmitnahmen. Im Falle einer Korrektur ist die Marke um 91,08 Euro als erstes Kursziel zu benennen. Auch ein Rückschlag bis an die 200-Tagelinie (73,30 Euro) heran sollte in Betracht gezogen werden.

Tageschart





Wochenchart





Monatschart





Auf Seite 3: Empfehlung der Redaktion





Empfehlung der Redaktion



Dem Chartverlauf von Wirecard droht Gefahr. Spätestens bei einem Durchbruch unter die Marke von 100 Euro könnte sich eine Short-Strategie auf die Aktien des Zahlungsabwicklers rentieren. Nachfolgend präsentieren wir ein Hebelzertifikat, mit dem sich auf weiter nachgebende Kurse spekulieren lassen. Das Hebelzertifikat wurde von der Emittentin BNP Paribas begeben und hat eine offene Laufzeit. Der Basispreis liegt gleichauf mit der Knockoutschwelle bei 112,83 Euro und damit noch oberhalb des Allzeithochs. Der Hebel: spannende 8,9.

Sollte Wirecard bis auf 91,08 Euro gleiten, so wäre mit dem vorliegenden Produkt ein Gewinn von knapp 100 Prozent zu rechnen. Ein Kursrücksetzer bis an die 200-Tagelinie (73,30 Euro) heran würden den Preis des Derivats sogar um knapp 250 Prozent verteuern. Damit überzeugt das Gewinn/Verlust-Verhältnis auf der Short-Seite. Die Regeln des Money-Managements sind strikt einzuhalten!



Trading-Idee
Produkt Unlimited Turbo Short
Basiswert Wirecard
WKN PP14RA
Emittent BNP Paribas
Laufzeit Open End
Basispreis 112,8270 EUR
Knock-Out-Schwelle 112,8270 EUR
Hebel 8,9
Kurs Zertifikat 1,16 EUR
Kurs Zertifikat an Stopp 1 ca. 0,24 EUR
Kurs Zertifikat an Stopp 2 ca. 0,14 EUR
Kurs Zertifikat an Ziel 1 ca. 2,30 EUR
Kurs Zertifikat an Ziel 2 ca. 4,09 EUR
Kursmarken Basiswert
Kurs Basiswert 102,50 EUR
Kaufen bei max.
Stoppkurs 1 111,50 EUR
Stoppkurs 2 112,50 EUR
Zielkurs 1 91,08 EUR
Zielkurs 2 73,30 EUR


Manfred Ries vom Index Radar-Magazin ist ausgebildeter Bankkaufmann mit Studium der Volkswirtschaftslehre. Über viele Jahre arbeitete er in den Bereichen Vermögensanlage und Devisenhandel bei Großbanken. Seit mehr als 15 Jahren ist Manfred Ries als Wirtschaftsjournalist tätig. Für Börse Online analysierte er bereits 1999 die Märkte aus charttechnischer Sicht.

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