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Zehn Aktien für die Ewigkeit

Zehn Aktien für die Ewigkeit
22.10.2017 06:00:00

Warren Buffett als Vorbild: An der Börse macht sich die gezielte Suche nach echten Basisinvestments bezahlt. Infrage kommen dafür Unternehmen mit einzigartigen Geschäftsmodellen genauso wie Konzerne, die an der Spitze globaler Megatrends stehen - wir stellen zehn Dauerläuferaktien vor. Von Gisela Bauer und Wolfgang Hagl

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel erschien am 20.04.2017 in Heftausgabe 16/2017

Preisfrage: Was ist die beste Haltedauer für Unternehmen und Aktien? Warren Buffett, Anlegerlegende aus Omaha, hat da eine genauso klare wie knappe Antwort: "Für immer", sagt der 86-Jährige und überzeugt damit die Massen. Am ersten Wochenende im Mai werden wieder Zehntausende Buffett-Fans nach Omaha im Mittleren Westen der USA reisen, um ihrem Idol stundenlang zuzuhören. Traditionell beantwortet der Investmentguru während der Hauptversammlung seiner Holding Berkshire Hathaway zusammen mit seinem Partner Charlie Munger Fragen zu allen Themen rund um Geldanlage und Wirtschaft. Millionen Anhänger werden das Ereignis via Internet verfolgen und versuchen, dem Geheimnis des überzeugten Value-Investors auf die Spur zu kommen.



Ein Blick auf Seite 2 im aktuellen Berkshire-Geschäftsbericht genügt, um die kollektive Begeisterung zu verstehen. Seit 1965 hat der Börsenwert der Holding um annähernd 2000 Prozent zugelegt. Per Ende 2016 warf die Aktie damit einen durchschnittlichen Jahresertrag von 20,8 Prozent ab. Zum Vergleich: Für den US-Leitindex S & P 500 steht in diesem Zeitraum inklusive Dividenden ein jährliches Plus von 9,7 Prozent zu Buche. Warren Buffett hat das Bild des langfristig orientierten Anlegers so stark geprägt wie niemand zuvor. Zusammen mit seinem Vize Munger hat er Jahrzehnte damit verbracht, Unternehmen für die Ewigkeit ausfindig zu machen.


Verständnis und Ausdauer



Buffetts Lehrmeister war kein geringer als der Wirtschaftsprofessor und Investor Benjamin Graham, dessen Kurse an der Columbia University von New York Buffett besuchte. 1954 holte ihn der "Vater der Fundamentalanalyse" in seine Firma. Dort setzte sich Buffett intensiv mit dem Value-Ansatz auseinander, ein Anlagestil, dem er treu bleiben sollte. Heute gilt Buffetts Rezept für gute Anlagen als Blaupause für alle Buy-and-Hold-Investoren, also für Anleger, die Aktien kaufen und sehr lange liegenlassen.

Zunächst sucht der Meister ertragreiche Unternehmen mit hohem Cashflow, die anschließend einen Langfristcheck bestehen müssen. Sind die Aussichten gut und der Preis attraktiv, wird gekauft und dann auch über schwache Phasen hinweg gehalten. Über 200 Milliarden US-Dollar hat Buffett für sich und die Berkshire-Aktionäre mit diesem Ansatz verdient. Einen Masterplan, bei welchen Branchen oder Unternehmen als nächstes der Einsteig erfolgt, gab es nie. Gekauft wurde einfach, was den Kriterien entsprach. Eine attraktive Rendite auf das eingesetzte Kapital ist dabei bis heute ein Muss. Gleichzeitig setzt die Wall-Street-Legende ein hohes Maß an Zukunftssicherheit voraus. "Ich weiß nie, was als nächstes passiert", sagt Buffett und ergänzt: "Ich weiß nur, dass etwas kommen wird, und ich liebe es, wenn es so weit ist."

Allerdings hat diese Strategie einen Haken: Sie wird nur dann aufgehen, wenn sich Anleger für die richtigen Aktien entscheiden. Buffett rät dazu, sich auf wenige Ideen zu konzentrieren und diese genau zu verstehen. "Wir suchen Unternehmen aus, von denen wir eine ziemlich gute Vorstellung haben, wie sie in fünf, zehn oder 20 Jahren dastehen", erklärt er. Eine Prognose über einen langen Zeitraum ist für ihn aber nur möglich, wenn das Unternehmen nicht nur ein ertragreiches Geschäftsmodell hat, sondern dieses auch über längere Zeit verfolgen kann. Der Investmentkandidat braucht also "irgendeinen Vorteil gegenüber allen oder den meisten Wettbewerbern. Und dieser Vorteil darf auch nicht verschwinden". Das kann ein Monopol sein, wie es viele Lokalzeitungen haben oder auch ein besonders starker Markenname wie Coca-Cola. Buffett nennt das einen "Burggraben", der ein ertragreiches Geschäftsmodell auf lange Zeit zu einer Geldmaschine macht.

Auf Seite 2: Bewertung und Bauchgefühl



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Bildquelle: Lucas Jackson/Reuters, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE

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