Züge und Signaltechnik wohl keine Ursache für Unglück

Züge und Signaltechnik wohl keine Ursache für Unglück
11.02.2016 19:22:03

München/Berlin (Reuters) - Zwei Tage nach dem Zugunglück im bayerischen Bad Aibling gelten sowohl technisches Versagen als auch Fehler der beiden Lokführer als unwahrscheinlich.

Die Inhalte der Blackboxes aus den beiden frontal zusammengestoßenen Zügen zeigten keine Auffälligkeiten, verlautete am Donnerstag aus Ermittlerkreisen. Auch an der Signal- und Sicherungstechnik der Strecke sei kein Defekt gefunden worden.

Damit rückt der Fahrdienstleiter im Stellwerk zunehmend in den Mittelpunkt. In Ermittlerkreisen hatte es schon zuvor geheißen, Untersuchungen konzentrierten sich auf sein Verhalten. Die eingleisige Strecke sei für beide Züge aus den entgegengesetzten Richtungen frei geschaltet worden. Dies ist technisch eigentlich nur möglich, wenn Sicherheitsschranken übergangen werden.

Da einer der beiden Triebzüge aus zwei Einheiten bestand, hat er auch zwei Blackboxes. Eine der beiden muss noch aus dem Wrack geborgen werden. Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass sie andere Informationen enthalten könnte als die bereits ausgewertete aus dem gleichen Zug. Einsatzkräfte arbeiteten mit zwei Eisenbahnkränen bis in die Arbeitstunden daran, die ineinander verkeilten Zugwracks an der schwer zugänglichen Unfallstelle zu trennen. Die Behörden rechneten damit, dass die Arbeiten am Freitag fortgesetzt werden müssen.

Die Zahl der Toten stieg am Donnerstag auf elf. Ein 47-Jähriger sei seinen Verletzungen im Krankenhaus erlegen, teilte die Polizei mit. Mehr als 80 Menschen wurden bei dem Unglück zum Teil schwer verletzt.

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