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Wo die Trader zuhause sind

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19.04.2014 10:00:00

Das stürmische Wachstum im CFD-Sektor ist in den etablierten Märkten der Industrieländer vorbei. Neue Chancen versprechen sich die Anbieter nun in den Emerging Markets. Von Emmeran Eder

Briten lieben es zu wetten. Daher ist es auch nicht erstaunlich, dass Contracts for Difference (CFDs), auch Differenzkontrakte genannt, ihren Ursprung in Großbritannien haben. Mit ihnen setzen Anleger mit hohen Hebeln auf steigende oder fallende Kurse von Aktien, Indizes, Währungen oder Rohstoffen. Die Chancen, aber auch die Risiken sind hoch. Werden hohe Hebel eingesetzt, ähneln sie durchaus Wetten.

Entstanden sind sie in England, da sie es den Briten in den 90er-Jahren ermöglichten, die Stempelsteuer auf Aktien zu umgehen. Bei CFDs fiel diese Abgabe nicht an. Das löste den Siegeszug der CFDs aus. Zudem nutzten viele Hedgefonds CFDs, um sich an Firmen zu beteiligen. Denn bis 2009 waren sie anders als Aktienkäufe nicht meldepflichtig.

Inzwischen haben die Papiere die Insel verlassen und sich auch in anderen Ländern als populäres Anlageinstrument etabliert - besonders in Australien, Deutschland, Frankreich und Singapur. Nicht dagegen in den USA. Die Finanzaufsichtsbehörde SEC erlaubt keinen außerbörslichen Handel - ausgenommen mit Devisen. Eine große Rolle dürfte spielen, dass die einflussreiche US- Terminmarkt-Lobby sich Konkurrenz vom Hals halten will.

Derzeit sind neue Märkte im Visier der Anbieter. Russen mögen Devisen- CFDs. Auch Südamerika, die Türkei und Hongkong versprechen Umsatz. Die mit Abstand aktivsten CFD-Händler gibt es aber in Großbritannien. Im vergangenen Jahr gaben dort nach einer Studie der auf den Finanzmarkt spezialisierten Marktforschungsgesellschaft Investment Trends 106 000 Personen eine CFDOrder auf. 43 000 waren es in Deutschland, 41 000 in Australien, 19 500 in Frankreich und 17 000 in Singapur.

Der deutsche Markt ist seit 2006 stark gewachsen. Inzwischen beträgt das Handelsvolumen 1,1 Billionen Euro. Das entspricht fast dem Volumen in Großbritannien 2011. "Der deutsche Markt hat in den vergangenen Jahren im internationalen Vergleich stark aufgeholt", sagt René Diehl, Vorstandschef des deutschen CFD-Branchenverbands.

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Bildquelle: Paul Hackett/Reuters

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