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Bitcoin: Zu viele Abspaltungen?

Bitcoin: Zu viele Abspaltungen?
21.11.2017 04:40:00

Die Bitcoin-Gemeinschaft kommt beim Ausbau der dezentralen Datenbanktechnologie Blockchain nicht voran. Das hat verheerende Folgen. Von Birgit Haas



Turbulenzen in der Blockchain: Nach einer monatelangen Rally fiel der Bitcoin-Kurs Anfang der vergangenen Woche von einem Rekordhoch bei 7800 Dollar am Sonntag auf 5700 Dollar. Platzt nun die Spekulationsblase, die etwa Nobelpreisträger Robert Shiller in der enormen Kursrally der Kryptowährung sieht?



Nein. Zum einen hat sich der Kurs wieder erholt und steht nun bei 7753,95 Dollar. Zum anderen gibt es für die Kurskapriolen konkrete Gründe. Der gewichtigste Auslöser: Die Bitcoin-Gemeinschaft sagte eine weitere Abspaltung ab, die zu einer höheren Zahl an Transaktionen zu geringeren Gebühren führen würde. Statt wie bisher rund 300 000 Überweisungen täglich wären 600 000 möglich.


Hinter der Absage des für Donnerstag geplanten sogenannten Hard-Forks steht ein Streit, der die Bitcoin-Gemeinschaft aufwühlt. Das Lager der Befürworter befürchtet, dass hohe Transaktionsgebühren langfristig die Attraktivität des Bitcoin-Handels mindern und andere Kryptowährungen wie Ether oder Litecoin den aktuellen Branchenprimus der Digi-talwährungen ins Abseits schicken könnten. Die Gegner treibt die Sorge um, dass die Betreiber der zugrunde liegenden Blockchain-Technologie, die Miner, künftig weniger verdienen würden. Zudem könnte eine weitere Abspaltung Verwirrung stiften.

Alternative Währung boomt



Eine Abspaltung bedeutet, dass die Blockchain quasi dupliziert wird, womit eine parallele Kryptowährung entstehen würde. Die muss sich erst unter Nutzern und Minern - demokratisch - durchsetzen. 2017 gab es bereits zwei Abspaltungen. Aus der einen entstand die effizienter handelbare Währung Bitcoin Cash. Die zweite fand erst vergangenen Sonntag statt, daraus ging Bitcoin Gold hervor. Die Kurse beider Währungen blieben bislang hinter dem herkömmlichen Bitcoin zurück.

"Die Gefahr, dass die Neuerung die weltweite Bitcoin-Community spaltet, erschien den Entwicklern zu groß. Deshalb hat sie das Projekt vorerst auf Eis gelegt", erklärt Oliver Flaskämper, Betreiber des deutschen Handelsplatzes bitcoin.de.

Befürworter schichteten da-raufhin große Bitcoin-Summen in die Alternative Bitcoin Cash um. In den vergangenen sieben Tagen verdoppelte sich der Bitcoin-Cash-Wert, er steht aktuell bei 1140,42 Dollar. Das Paradoxe: Händler nahmen Gebühren von 19 Dollar je Überweisung in Kauf, der Andrang war enorm. Bei Normalbetrieb liegen die Kosten bei wenigen Cent.

Nichtsdestotrotz arbeitet die Bitcoin-Gemeinschaft weiter am Ausbau der Blockchain. Die Verringerung der Datenmenge einer Transaktion soll das Netzwerk entlasten. Zudem tüfteln einige Zahlungsdienstleister daran, über die Bündelung von Überweisungen günstigere Angebote anzubieten. "Das Problem der Skalierung wird gelöst", ist Flaskämper überzeugt.

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Bildquelle: iStockphoto

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