PRO UND CONTRA

Was für und was gegen Bargeld spricht

Was für und was gegen Bargeld spricht

WKN: 514000 ISIN: DE0005140008 Deutsche Bank AG

10,75 EUR
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26.09.2016 - 10:10
09.02.2016 07:33:00

Der Deutsche zahlt gerne bar. Doch viele Banker und Ökonomen finden das teuer und aufwendig. Nun gewinnt die Debatte um die Zukunft des Bargeldes an Fahrt. Hier das Pro und Contra.

Der Deutsche ist ein Bargeld-Fan. Immer noch bevorzugt er es, seiner alltägliche Käufe mit ein paar Scheinen oder Münzen zu bezahlen, trotz Giro- und Kreditkarten in seinem Portemonnaie. Doch das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland warnt: "Bargeld birgt (..) auch Risiken: Geht es verloren, kann es kaum zurückerlangt werden." Für viele Banker und Ökonomen, etwa den Deutsche-Bank-Chef Cryan, sind Barzahlungen ohnehin ein Ärgernis, ein Anachronismus: sie seien teuer und aufwendig. Die Debatte um die Zukunft des Bargeldes gewinnt an Fahrt. Reuters dokumentiert das Pro und Contra.

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"Bargeld ist Freiheit", lautet das zentrale Argument der Verfechter des Bargelds. In Deutschland sind Banknoten das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel, mit dem Forderungen beglichen werden können. Das heißt niemand darf es ablehnen, wenn man damit etwa seine Einkäufe bezahlen möchte.

Bargeld erlaubt zudem mehr denn jedes andere Zahlungsmittel die Kontrolle der eigenen Zahlungsfähigkeit. Der Blick in den Geldbeutel enthüllt, wenn Ebbe ist. Deutsche zahlen am liebsten in bar. Nach einer Bundesbank-Studie wurden 2014 noch 79 Prozent aller Käufe bar bezahlt. 2008 waren es zwar mit 83 Prozent etwas mehr - gemessen an der rasanten Entwicklung neuer Internet-Bezahlformen ist das aber ein sehr langsamer Rückgang. Laut der Studie trägt jeder im Schnitt immer noch 103 Euro in seinem Portemonnaie mit sich - genauso viel waren es 2011.

Für die Bargeld-Befürworter liegt ein weiteres Argument in der Anonymität. Das Zahlen mit Scheinen und Münzen stellt sicher, dass die Privatsphäre gewahrt bleibt. "Ohne Bargeld ist die finanzielle Privatsphäre der Bürger perdu. Es ist dann nicht mehr weit bis der Staat weiß, was der Bürger kauft, und was er nicht kauft", sagt etwa Degussa-Chefvolkswirt Thorsten Polleit. Von dieser Anonymität profitieren zwar ebenso Kriminelle. Doch für Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele kann dies nicht als Grund dafür herhalten, den Einzelnen durch Abschaffung des Bargelds immer gläserner werden zu lassen. Das Recht auf Achtung des Privatlebens "ist ein hohes Gut, welches nicht aufgeweicht oder preisgegeben werden sollte", so Thiele.

Daneben ermöglich das Bargeld eine gewisse Unabhängigkeit von den Banken, denn der Bürger kann ihnen sein Geld jederzeit entziehen. Damit kann er sich auch vor Negativzinsen schützen, die sein Geld auf einem Konto dahinschmelzen lassen würden.

Verfechter des Bargelds verweisen schließlich darauf, dass für den Kauf mit Scheinen und Münzen keine großangelegte technische Infrastruktur benötigt wird, um reibungslos zu funktionieren. Im Falle von Krisen, Naturkatastrophen und anderen Notzeiten ist Bargeld daher häufig das einzige noch akzeptierte Zahlungsmittel.

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