"Es ist offensichtlich, dass die Bekämpfung der Krise in den USA viel schneller einsetzte als in Europa", sagt Didier Saint-George, Mitglied des Investmentkomitees von Cargmingac Gestion. Den Rückstand der europäischen Wirtschaft fasst er so zusammen: "2013 lagen die Ergebnisse bei europäischen Unternehmen erst bei 55 Prozent ihrer Niveaus von 2007. Im selben Jahr lagen die Ergebnisse der amerikanischen Unternehmen (die 500 Unternehmen des S&P-Index) um 30 Prozent über den Niveaus von vor der Krise."

Diese Ansicht wird von der Entwicklung der Aktienfonds beider Regionen bestätigt - zumindest über den Zeitraum von drei Jahren. Die Peergroup "Aktienfonds USA" des FINANZEN FundAnalyzer (FVBS) steigerte ihren Wert in diesem Zeitraum um durchschnittlich 45,9 Prozent, während "Aktienfonds Europa" auf lediglich 31,1 Prozent kommen. Anleger, die im Krisenjahr 2011 einstiegen, sind mit US-Aktienfonds also deutlich besser gefahren. Berater, die ihren Kunden geraten haben, noch ein Jahr zu warten und dann auf europäische Produkte zu setzen, haben jedoch ebenfalls einen guten Job gemacht: Über die vergangenen zwei Jahren kletterten Europa-Aktienfonds im Schnitt um 46,8 Prozent und damit besser als die US-Produkte im längeren Zeitraum. 2013 gehörte dann wieder den USA: Die Peergroup schloss das Jahr mit einem Plus von 27,2 Prozent, während europäische Aktienfonds auf 20,4 Prozent kamen. Im laufenden Jahr liegt der alte Kontinent wieder vorne: Europa-Aktienfonds stiegen durchschnittlich um 5,6 Prozent, während die US-Produkte auf 4,3 Prozent kommen.

Gut im Rennen: Der UBS USA Growth (ISIN: LU0399033348). In den vergangenen drei Jahren erreichte er ein Plus von 63,9 Prozent. Das vergangene Jahr schlossen die Fondsmanager Peter Bye und Dan Neuger mit 30,5 Prozent ab und für 2014 steht bisher eine Wertsteigerung von 5,1 Prozent. Bye und Neuger verwalten ein Vermögen von rund 2,3 Milliarden Euro, das sie zu fast 30 Prozent in den IT-Sektor investieren. Nichtbasis-Konsumgüter machen 22,7 Prozent des Portfolios aus und Gesundheitswerte 14,4 Prozent. Der Anlageschwerpunkt des Fonds liegt auf Wachstumswerten, was die Liste der Top-Holdings eindrucksvoll unter Beweis stellt: Mit rund 6,9 Prozent ist Apple der größte Einzeltitel. Dahinter folgen das Biotech-Unternehmen Gilead Science mit knapp drei Prozent, genau wie Facebook und Google mit 2,9 Prozent.

Der GS US CORE Equity (ISIN: LU0280925479) von Goldmans Sachs Asset Management erreicht im Zeitraum von drei Jahren eine Wertentwicklung von 61,2 Prozent. Mit 30,8 Prozent schaffte das Fondsmanagement-Team alleine 2013 Jahr mehr als die Hälfte dieses Ergebnisses. Der Start in dieses Jahr war mit einem Plus von 6,3 Prozent ebenfalls erfolgreich. Auch die Goldman-Fondsmanager setzen auf den IT-Sektor. In ihn investieren sie 18,8 Prozent des rund 230 Millionen Euro großen Portfolios. Gesundheitstitel machen 15,4 Prozent aus, der Finanzbereich 14,5 Prozent. Für den Carmignac-Experten Saint-George gehören Finanztitel mit höherer Gewichtung ins Portfolio. Im Gegensatz zu Europa hätten die USA die Notwendigkeit erkannt, "die Banken wieder auf die Beine zu bringen, damit eine extrem akkommodierende Geldpolitik auch durchschlagen kann." Größter Einzeltitel des Fonds ist auch hier Apple (2,9 Prozent) gefolgt vom Pharmakonzern Johnson & Johnson (2,5 Prozent) und dem Mischkonzern General Electric (2,4 Prozent), der sich erst kürzlich mit Siemens einen Kampf um das französische Energieunternehmen Alstom lieferte - und gewann.

Der Robeco US Large Cap Equities (ISIN: LU0474363974) hat die Wertentwicklung von 60 Prozent in drei Jahren knapp verpasst und erreichte 59,8 Prozent. 2013 erreichte Fondsmanager Mark Donovan 30,2 Prozent und mit einem Plus von 4,8 Prozent ist das bisherige Jahresergebnis noch ausbaufähig. Das sollte für Donovan, der auf die Großkonzerne setzt, aber kein Problem darstellen. Das Fondsvolumen von fast 2,2 Milliarden Euro fließt zu rund einem Viertel in Finanztitel. Gesundheitswerte machen etwa 15 Prozent aus und IT-Aktien 14 Prozent. Der Mineralölkonzern Exxon Mobil ist mit einem Anteil von 4,8 Prozent der größte Einzeltitel. Der Finanzdienstleister Wells Fargo (3,9 Prozent) und das Unternehmen von Warren Buffet, Berkshire Hathaway (3,7 Prozent), folgen dahinter.

Ein richtig dicker Fisch ist der Fidelity America (ISIN: LU0069450822). Er hat ein Volumen von knapp 3,9 Milliarden Euro, kam über drei Jahre aber ebenfalls nicht über 60 Prozent. Fondsmanager Adrian Brass muss sich mit einem Plus von 59,3 Prozent begnügen. Das vergangene Jahr schloss er mit 29,9 Prozent. 2014 gibt er bisher aber richtig Gas und schafft eine Wertsteigerung von 6,6 Prozent. Knapp 18 Prozent des Fondsvermögens legt Brass im IT-Sektor an. 17 Prozent fließen in Gesundheitswerte und 16,5 Prozent in Finanztitel. Die Top-Holdings sind die IT-Konzerne Oracle (3,1 Prozent) und Microsoft (drei Prozent) sowie der Großbank JP Morgan Chase (2,7 Prozent).

In den vergangenen drei Jahren performte jedoch kein US-Aktienfonds besser als der Legg Mason Capital Management Opportunity A USD (ISIN: IE00B3FHN413). Fondsmanagerin Samantha McLemore kommt auf ein Plus von 68,8 Prozent. Noch besser lief es über den Zeitraum von zwei Jahren mit 87,9 Prozent. Im laufenden Jahr schafft die Fondsmanagerin bisher 4,3 Prozent. Dafür erhält ihr Fonds die €uro-FondsNote 2. Das Volumen ist mit 33,5 Millionen Euro vergleichsweise klein. Knapp 30 Prozent davon investiert McLemore in Finanztitel. Konsumgüter machen gut ein Viertel aus und auf IT-Aktien entfallen 21,8 Prozent. Top-Holding des Fonds ist die Fluggesellschaft Delta Air Line mit 4,3 Prozent, vor dem Versicherer Genworth Financial (vier Prozent) und der Fluggesellschaft American Airlines (3,9 Prozent).

(PD)